Bis 2020 auf West-Niveau
Steinbrück verspricht Ostdeutschen höhere Renten

Derzeit beziehen Rentner im Osten elf Prozent weniger als im Westen. SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück will das ändern. Ab 2020 soll ein Rentenrecht für alle gelten. Es winkt ein Wahlkampfthema.
  • 18

BerlinDie SPD will bis zum Jahr 2020 die Renten im Osten Deutschlands auf das Niveau der West-Renten anheben. Dies kündigte der designierte SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück in einem am Montag verbreiteten Interview der Zeitschrift "Super-Illu" an. Derzeit ist der Rentenwert Ost elf Prozent niedriger als im Westen. Steinbrück räumte ein, die Angleichung werde "einige Milliarden Euro kosten". Beschlossen werden soll der Fahrplan am Samstag auf einem Kleinen Parteitag der SPD.

Die Kosten wurden in der Partei auf drei Milliarden Euro im Jahr 2020 beziffert. Sie sollen als Kosten der Deutschen Einheit aus Steuermitteln finanziert werden. Ab 2020 soll ein Rentenrecht für alle gelten: Auch die Beitragsbemessungsgrenzen wären dann gleich hoch. Für Gutverdiener im Osten bedeutet das höhere Sozialabgaben.

Infografik

Renten in Deutschland gestiegen

Ratenanpassung jeweils am 1. Juli in %

( mit der Maus über die Grafik fahren)


Ein Jahr vor der Bundestagswahl 2013 verspricht die SPD damit den etwa vier Millionen Rentnern im Osten, dass ihre Altersbezüge deutlich stärker steigen sollen als für die etwa 16 Millionen Rentner im Westen. Damit dürfte die Angleichung der Rentensysteme in Ost und West zum Wahlkampfthema werden. Union und FDP hatten 2009 zu Beginn der Wahlperiode eine Angleichung versprochen, das Vorhaben jüngst aber für gescheitert erklärt. Die Sozialministerin von Mecklenburg-Vorpommern und SPD-Vizeparteichefin, Manuela Schwesig, erklärte: "Die SPD hält Wort und löst ihr Versprechen gegenüber den Ostdeutschen ein."

Das Konzept war maßgeblich von Schwesig und der Sprecherin der ostdeutschen SPD-Bundestagsabgeordneten, Iris Gleicke, ausgearbeitet worden, die am Montag Details erläuterten. Das Konzept ist mit Steinbrück und SPD-Chef Sigmar Gabriel abgestimmt. Es soll als Teil des Rentenpakets beschlossen werden, das auch eine Solidarrente und die Höherbewertung von Rentenansprüchen für Geringverdiener vorsieht.

"Wir wollen diese Angleichung stufenweise bis 2020 durchsetzen", sagte Steinbrück. "Das bedeutet, dass bis dahin jede Anhebung der Rentenwerte im Osten höher ausfallen muss als im Westen." Es gehe vor allem um Gerechtigkeit. "Die Menschen in Ostdeutschland waren auch ihr Leben lang fleißig", sagte Steinbrück. Die von der Bundesregierung auf den Weg gebrachte Senkung des Beitragssatzes in der Rentenversicherung 2013 von 19,6 auf 18,9 Prozent sei das falsche Signal: "Man sollte mit dem Geld lieber die Angleichung von Ost und West vorantreiben und demografischen Herausforderungen Rechnung tragen."

Seite 1:

Steinbrück verspricht Ostdeutschen höhere Renten

Seite 2:

Ostdeutsche Rentner haben mehr gearbeitet

Kommentare zu " Bis 2020 auf West-Niveau: Steinbrück verspricht Ostdeutschen höhere Renten"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Noch so ein ewig Gestriger. Was haben den deutsche Straßen und Schulen mit den Renten der Leute zu tun? Der Söder will in Bayern die Steuern senken und gleichzeitig müssen die Kinder einen Schulbasar nach dem anderen veranstalten, um sich ein paar Computer leisten zu können. Dafür kann der Rentner in Thüringen nun wirklich nichts. Oder wenn der Amigo der CSU den Auftrag für neue Straßen seinem Parteispezi zuschustert, obwohl dessen Firma nur unausgebildete Osteuropäer zu Dumpinglöhnen einsetzt und die Straßen bereits nach einem Jahr hinüber sind. Auch dafür kann ein Rentner in Brandenburg nichts. Wenn der Mappus Milliarden für die ENBW versenkt, usw. etc. pp.

    Ich freue mich auf Ihre Antwort. Mal sehen, welchen Bildungsgrad Sie in diesem durchlässigen System erreicht haben.

  • Wie sieht es mit dem Mietspiegel von Mindelheim gegenüber dem Mietspiegel von Berlin aus? Ihre Argumentation ist sehr primitiv.
    Ich, geboren in der ehemaligen DDR, darf gar nicht so viel in die gesetziche Rentenversicherung einzahlen, wie ich möchte. Ich zahle lediglich auf die ersten 5.600 EUR den Rentenbeitrag. Die restlichen 2.900 EUR brutto werden zur Rentenversicherung nicht heran gezogen.
    Mein Verdienst wiederum ist das Ergebnis einer sehr guten Ausbildung in der ehemaligen DDR. Und bei dieser haben mich meine Eltern tatkräftig unterstützt.

    Sie sehen, ein Unterscheidung zwischen Ost und West ist in keinster Weise angebracht.

    Wenn wir Ihrer Argumentation folgen wollten, würden zukünftig ein Drittel aller bayerischer Rentenbezieher in Altersarmut leben. Denn ein Drittel aller bayerischer Grundschüler landet in der Mittelschule (ehemals Hauptschule) und wird es nie über einen Niedriglöhner hinaus bringen. Dieses Drittel wird selber Aufstockungen benötigen und keine Umlagen für seine Eltern leisten können.

    Auf meine Frage an die Schuldirektorin meiner Söhne, warum in diesem System nur 66% der Grundschüler die Chance auf Gymnasium oder Realschule haben, kam keine vernünftige Antwort.

  • Steinbrück stolpert von einer Panne in die nächste
    Ganz offenbar wurde er zum Kanzlerkandidaten ausgerufen, was für ihn offenbar überraschend war, denn ihm fehlt jedes Konzept
    Er plappert nur dumm in die Gegend

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%