Bis zu 2000 Demonstranten
Zweiter Castor-Transport in Ahaus angekommen

Der zweite von drei Atommüll-Transporten aus dem sächsischen Rossendorf ist im Zwischenlager Ahaus in Nordrhein-Westfalen angekommen. Am Ankunftsort demonstrierten bis zu 2000 Menschen.

HB DÜSSELDORF. Der von einem großen Polizeiaufgebot begleitete Konvoi aus sechs mit jeweils einem Castor-Behälter beladenen Lastwagen hatte rund 18 Stunden für die 600 Kilometer lange Strecke vom sächsischen Forschungsreaktor ins westfälische Brennelemente-Zwischenlager benötigt. Die Fahrt verlief nach Polizeiangaben ohne nennenswerte Störungen. Es gab lediglich leichte Verkehrsbehinderungen wegen Straßensperrungen.

In Ahaus hatten am Montagabend nach Angaben von Bürgerinitiativen bis zu 2000 Menschen gegen die ihrer Meinung nach unsinnigen Transporte demonstriert. Die Polizei ging von mehr als 1000 Demonstranten aus. Die Widerständler befürchten, dass der hoch radioaktive Atommüll wegen der ungelösten Endlager-Frage für immer im Zwischenlager Ahaus bleiben könnte. Zunächst ist eine Lagerzeit von etwa 30 Jahren vorgesehen.

Die letzten Meter seiner 600 Kilometer langen Reise durch Sachsen, Thüringen, Hessen und Nordrhein-Westfalen legte der Konvoi am Dienstagmorgen unter gellenden Pfiffen von Demonstranten zurück. Aus der Menge von nach Polizeiangaben etwa 250 Protestierern flogen mehrere Farbbeutel gegen die Container.

Die letzte der drei Fuhren mit radioaktivem Abfall von Rossendorf nach Ahaus wird für kommenden Montag erwartet. Dann sollen die restlichen sechs der 18 Castor-Behälter mit insgesamt 951 Brennelementen transportiert werden. Um die Transporte hatte es im Vorfeld monatelange Streitigkeiten zwischen den Landesregierungen in Sachsen und Nordrhein-Westfalen gegeben.

NRW-Innenminister Fritz Behrens (SPD) hatte argumentiert, die Brennstäbe könnten unter gleichen Sicherheitsstandards ebenso in Rossendorf deponiert werden. Dann hätten die Kosten in Millionenhöhe für den Einsatz mehrerer tausend Polizisten gespart werden können. Sachsen hatte jedoch auf die Transportgenehmigung des Bundesamtes für Strahlenschutz gepocht und war damit auch vor Gericht erfolgreich geblieben.

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