Deutschland
Bischöfin Käßmann: Muslime müssen Trennung von Staat und Religion akzeptieren

Europa wird die Integration muslimischer Einwanderer nicht gelingen, wenn den Europäern die eigenen religiösen Wurzeln unbekannt sind, schreibt die hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann in einem Gastbeitrag für das Handelsblatt.

DÜSSELDORF. Sie fordert die Deutschen auf, Religion "zu schätzen und zu achten", um die "Fähigkeit zur Pluralität zu gewinnen". Religion müsse "endlich ein Faktor der Konfliktentschärfung werden und darf nicht länger Konflikte verschärfen".

Das europäische Christentum habe es nach langen Auseinandersetzungen erreicht, dass Staat und Kirche getrennt sein könnten und trotzdem kreativ miteinander arbeiteten. "Auch die muslimischen Gläubigen werden solch ein Verhältnis zum Staat entwickeln müssen", betont die Landesbischöfin.

Ein „antireligiöses“ Europa ist ihrer Ansicht nach eine Verachtung der europäischen jüdisch-christlichen Wurzeln. Eine fundamentalistische Wendung dagegen, "wie wir sie in Teilen der US-Bevölkerung erleben, wäre ebenso beängstigend wie fundamentalistische Strömungen im Islam." Die "Reden von Heiligen Kriegen und Kreuzzügen sind Missbrauch von Religion", warnt Käßmann.

US-Präsident George W. Bush vereinnahme "Gott für die eigene Nation auf eine Weise, die uns in Westeuropa, vor allen Dingen in Deutschland, beängstigende Konnotationen vor Augen führt".

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