„Bitter und peinlich“
Schönefeld-Verzögerung schockiert Politik

Dass die Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens in Schönefeld verschoben wird, hat die Politik kalt erwischt. Entsprechend harsch fallen die Reaktionen aus. Unter Beschuss gerät vor allem die Betreibergesellschaft.
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BerlinDie Landesregierungen von Berlin und Brandenburg haben mit Erstaunen auf die angekündigte Verschiebung der Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens reagiert. „Wir sind überrascht worden“, sagte der brandenburgische Innenminister Dietmar Woidke (SPD) am Dienstag in Potsdam. Regierungschef Matthias Platzeck (SPD) verließ wortlos die gemeinsame Kabinettssitzung der Regierungen beider Länder. Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) verwies lediglich auf die Stellungnahmen in Schönefeld.

Dort teilte die Betreibergesellschaft Flughafen Berlin-Brandenburg GmbH mit, dass sich die geplante Inbetriebnahme des Hauptstadtflughafens zu einem „Termin nach der Sommerpause“ verzögern werde. Begründet wurde dies damit, dass nicht garantiert werden könne, dass bis zum ursprünglich geplanten Eröffnungstag am 3. Juni der Brandschutz abgenommen und überprüft worden sei.

Politiker der schwarz-gelben Koalition befürchten angesichts der erneut verzögerten Eröffnung negative Auswirkungen auf den Wirtschaftsstandort Deutschland. „Dass die geplante Eröffnung des Willy-Brandt-Flughafens gekippt wurde, ist in der Tat eine Blamage und kein Ruhmesblatt für Berlin, Brandenburg, Wowereit und Co“, sagte der wirtschaftspolitische Sprecher der Unions-Bundestagsfraktion, Joachim Pfeiffer, Handelsblatt Online.  „Darüber hinaus ist es ein massiver Imageschaden für den Standort Deutschland.“

Der Generalsekretär der FDP, Patrick Döring, sprach von einer sehr unerfreulichen Entwicklung. „Ich bin sehr erschrocken, dass es vor der Eröffnung plötzlich Probleme beim Brand- und Katastrophenschutz geben soll, nachdem uns bis zuletzt gesagt wurde, alles sei im Plan“, sagte Döring Handelsblatt Online. „Der Vorwurf, es gebe keine abnahmefähigen Unterlagen, muss dringend aufgeklärt werden.“

Kritik äußerte auch der Berliner CDU-Bundestagsabgeordnete Frank Steffel. „Natürlich ist die Verschiebung für den Wirtschaftsstandort Berlin peinlich“, sagte Steffel Handelsblatt Online. „Jeder mittelständische Unternehmer wäre bei so einer Planung am Rande der Pleite oder würde in Schadensersatzansprüchen ersticken.“ Mit einem Augenzwinkern fügte Steffel allerdings hinzu: „Ich freue mich als Reinickendorfer Bundestagsabgeordneter natürlich über jeden Tag, den der Flughafen Tegel länger geöffnet hat.“

Harsche Kritik äußerten auch SPD und Grüne, die den Verantwortlichen Versagen auf ganzer Linie vorwarfen. „Dass es zu Verzögerungen kommt ist bitter und peinlich für die Projektsteuerung“, sagte SPD-Fraktionsvize Florian Pronold Handelsblatt Online. Kritisch sieht er auch, dass die Landesregierungen von Berlin und Brandenburg offenbar vom Stopp der Inbetriebnahme überrascht wurden.

„Wenn Informationen so spät fließen, dann spricht das für eine Überforderung der Projektverantwortlichen.“ Ähnlich äußerten sich die Grünen. „Das Projektmanagement der Flughafengesellschaft ist erstaunlich unprofessionell“, sagte der Vorsitzende des Bundestagsverkehrsausschusses, Anton Hofreiter (Grüne), Handelsblatt Online.

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  • Von mir aus soll der BER in Pleiten und Pannen ersticken. Und mit ihm das ganze Lügenpack, das uns Bürger und Steuerzahler seit Jahren belügt, betrügt und verarscht, Hauptsache nur, die eigene Kasse klingelt... Man möchte platzen vor Wut und Hilflosigkeit!

  • Sollen sie BER doch Münchhausen nennen und nicht Willy-Brandt.

  • Betrogene Betrüger? Wir glauben kein Wort mit dem "leicht verzeihbaren" Brandschutz. Es ist garantiert was anderes.... Man kann dem Flughafen und dieser Champagnergesellschaft nur das wünschen, was sie gerade bekommen haben und die Anwohner bekommen werden. Herzinfarkte und persönliche Pannen bis zum Abwinken. Wir spucken auf den Flughafen BER. Fam. Wegner, Mahlow.

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