Bizarrer Brief
Linken-Parteivorstand lobt Fidel Castro

Die Linke tut sich schwer mit ihrer Haltung zum real existierenden Sozialismus: Die Parteispitze lobt Fidel Castro für sein "kampferfülltes Leben", Partei-Vize Bartsch empfiehlt Mauerbau-Rechtfertigern den Parteiaustritt.
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BerlinEin Glückwunschbrief der beiden Linke-Vorsitzenden an den früheren kubanischen Staatschef Fidel Castro sorgt für Kritik. Gesine Lötzsch und Klaus Ernst loben in dem Schreiben zu Castros 82. Geburtstag am 13. August dessen „kampferfülltes Leben und erfolgreiches Wirken an der Spitze der kubanischen Revolution“ sowie die „Errungenschaften des sozialistischen Kuba mit seiner Beispielwirkung für so viele Völker der Welt“. Der Brief wurde unter anderem von der kubanischen Botschaft ins Internet gestellt. Der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Markus Löning (FDP), sagte der „Bild“-Zeitung: „Angesichts von 50 Jahren Menschenrechtsverletzungen auf Kuba zeigt dieser Brief, wie wenig die Linke von der Freiheit hält.“ Auch der Parlamentarische Geschäftsführer der Grünen-Fraktion, Volker Beck, zeigte sich empört.

Uneinigkeit in der Linken

Ein anderes Bild der Linken zeichnet Partei-Vize Dietmar Bartsch. Er legt Rechtfertigern des Mauerbaus innerhalb der Linken-Mitglieder den Parteiaustritt nahe. Im SWR sagte er, „diejenigen (...), die etwa meinen sich nicht zu erheben, wenn es um Mauergedenken geht, also um die Opfer, die müssen sich wirklich fragen, ob sie denn richtig sind in der Partei“. Bartsch spielte damit auf einen Landesparteitag der Linken in Mecklenburg-Vorpommern am Samstag vergangener Woche an, bei dem es zu einem Eklat gekommen war. Als die Tagungspräsidentin, Schwerins Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow, die rund 100 Delegierten aufforderte, sich zu einer Schweigeminute für die Opfer des Mauerbaus zu erheben, blieb eine Handvoll Teilnehmer demonstrativ sitzen. Darunter war auch die frühere Landessozialministerin Marianne Linke. Bartsch rief die Linke zu Geschlossenheit auf, die für das erfolgreiche Bestehen von Wahlen nötig sei. Geschlossenheit und Glaubwürdigkeit könne man schnell verspielen. Deswegen rate er nachdrücklich, „bestimmte Debatten an den Stellen zu führen wo sie hingehören und nicht zu allererst in der Öffentlichkeit“.

dpa 
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Kommentare zu " Bizarrer Brief: Linken-Parteivorstand lobt Fidel Castro"

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  • Es ist unglaublich, dass aus Reihen der Union und FDP deswegen es wieder laut wird. Man darf ja wohl einen mittlerweilen sehr alten Mann zum Geburtstag grüßen dürfen. Kuba ist nicht Nordkorea! Hinzuzufügen ist noch, dass Kuba gerade dabei ist, sich nach und nach zu liberalisieren. Aber Kanzlerin Merkel selbst ist doch auch nicht anders! Auch sie hat herzlich-diplomatische Beziehungen zum kommunistischen China und Vietnam, wie auch dem absolutistischen Saudi-Arabien aufgebaut. Ganz zu schweigen zu den herzlichen Beziehungen zu Mubarak und Gadaffi! Davon spricht mal wieder keiner! Typisch Neoliberlismus, typisch Medien! Viel Lärm um nichts! Man sollte selber mal schauen, was man tut!

  • ---@ Rene,

    --Die meisten Ossis, die ich kenne, sind bereit, sich für Erfolg den Arsch auzureißen.--

    stimmt:
    1. sie lernen schnell dt. sprechen
    2. sie wandern ab in den Westen
    3. sie tun alles, um nicht als Ossies erkannt zu werden.

    Oder meinten Sie die Migranten aus der ehem. UdssR?
    Also davon kenne ich auch sehr viele. Und ich geben Ihnen Recht, diese Migranten sind die Hoffnung für Dt. Auch wenn sie sich in den ersten 1-2 Generationen noch schwer tun. Aber in den Migranten Familien herrscht noch Disziplin und oh Wunder, die haben sogar noch Werte (hihi, die würden oft lieber verhungern, als die SPD, die Grünen oder gar die Linke zu wählen). Sie haben gelernt, was SOZIALISTISCH heißt.

    Schade, dass den ehem. DDR-Bürgern diese Lernlektion durch unsere 5 Billionen € Transferzahlung vorenthalten wurden.

    Ingesamt muss ich aber feststellen, dass ich Ehrfurcht von den Leistungen des westdt. Volkes habe.

    - Wir haben extrem an Nachkrieghsschulden bezahlt und sind immer noch der Hauptzahlmeister für Israel

    - Wir haben bisher die DDR mit ca. 5 Billionen € gesponsored (als Südkorea diese Zahlen erstmalig zu lesen bekam, haben sie sofort alle Verhandlungen zur Wiedervereinigung von Nord- Südkorea abgebrochen)

    - Wir subventieren die die EU mit ca. 6- 10 Mrd € / Jahr

    Und dennoch zählt die westdt. Wirtschaft immer noch zu den leistunsgfähigsten Wirtschaften der westlichen Welt. Und obwohl wir für unser Umfeld immer noch bluten müssen, wie wohl kein 2. Land auf der Welt, hat Dt. imemr noch einen relativ hohen Lebensstandard.

  • Was lustiges zum Sonntag !!!

    Islamisierung nicht mehr aufzuhalten: Schockierende Bilder aus Germanistan

    http://www.hagalil.com/archiv/2011/08/01/fox/

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