BKA bewerte Aussage des anonymen Zeugen als reine Schutzbehauptung
Mzoudi wird wahrscheinlich erneuter inhaftiert

Abdelghani Mzoudi, der in der vergangenen Woche aus der Untersuchungshaft entlassene Marokkaner, steht mach Auffassung des Bundeskriminalamtes (BKA) weiterhin unter dem dringenden Verdacht, von den Planungen der Anschläge in den USA am 11. September 2001 gewusst zu haben.

HB HAMBURG. Der BKA-Beamte Jürgen Maurer sagte am Donnerstag vor dem Hamburger Oberlandesgericht, er halte die anonyme Zeugenaussage, die in der vergangenen Woche zur Freilassung Mzoudis geführt hatte, für nicht glaubhaft. „Wir selbst haben die Information nicht als entlastend gewertet“, sagte Maurer. Der anonyme Zeuge hatte in einer dem BKA aus dem Ausland zugestellten Mitteilung erklärt, dass Mzoudi nicht zu der Hamburger Gruppe um den mutmaßlichen Flugzeugentführer Mohammed Atta gehört und auch nichts von den Planungen der Anschläge in den USA gewusst habe.

Das Gericht sah daraufhin keinen dringenden Tatverdacht mehr gegen den Angeklagten und entließ ihn aus der Untersuchungshaft. Nach Ansicht des Gerichts kann es sich bei dem anonymen Zeugen nur um den in den USA inhaftierten mutmaßlichen Organisator der Anschläge, Ramzi Binalshibh, handeln.

Maurer sagte weiter, das BKA bewerte die Aussage des anonymen Zeugen als reine Schutzbehauptung, die zur Verschleierung der Tathintergründe dienen solle. Woher das BKA die Zeugenaussage bekommen hat, wollte Maurer nicht sagen. Eine Auskunft darüber überschreite seine Aussagegenehmigung, erklärte der BKA-Beamte.

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