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BKA zur Terror-Gefahr: „Hohe abstrakte Gefährdungslage in Deutschland“

Nach dem Fund eines Sprengsatzes im Kanzleramt und einer am Flughafen Köln/Bonn umgeschlagenen Paketbombe hat das Bundeskriminalamt (BKA) erneut vor möglichen Terror-Anschlägen in Deutschland gewarnt. Konkrete Anschlagspläne von Islamisten gibt es aber nicht.

BKA-Präsident Jörg Ziercke: Erhöhte Wachsamkeit notwendig Quelle: dpa
BKA-Präsident Jörg Ziercke: Erhöhte Wachsamkeit notwendig Quelle: dpa

HB BERLIN. Gleichwohl gebe es "in Bezug auf Deutschland weiterhin eine hohe abstrakte Gefährdungslage, ein starkes Grundrauschen, das uns zu erhöhter Wachsamkeit zwingt", sagte BKA-Präsident Jörg Ziercke einem Vorabbericht zufolge der "Bild"-Zeitung (Donnerstagausgabe). Erkenntnisse über konkrete Anschlagsplanungen islamistischer Zellen lägen dem BKA aber nach wie vor nicht vor: Alle Überlegungen hinsichtlich möglicher Anschlagsziele in Deutschland seien "reine Spekulation".

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Am Freitag waren auf Flughäfen in Großbritannien und Dubai zwei im Jemen aufgegebene Paketbomben entdeckt worden, die an jüdische Einrichtungen in den USA adressiert waren. Eine der Bomben war am Flughafen Köln/Bonn umgeladen worden. In der Poststelle des Kanzleramtes war zudem am Dienstag ein Paket mit Sprengstoff entdeckt und entschärft worden, das aus Griechenland geliefert worden war. Ein Zusammenhang zwischen den beiden Vorfällen wird in der Bundesregierung allerdings nicht gesehen.

Die Bombenfunde in Großbritannien und Dubai zeigen Ziercke zufolge, dass die Zusammenarbeit der Sicherheitsbehörden national wie international funktioniere. "Wir haben Grund zur Sorge, vor allem zur Vorsorge - aber nicht zur Panik", unterstrich Ziercke. Es gebe jedoch Erkenntnisse, über die er aus ermittlungstaktischen Gründen nicht sprechen könne: "Es gibt immer Verdachtslagen, denen wir nachgehen." Der BKA-Chef wies darauf hin, dass die Zahl der einschlägigen Ermittlungsverfahren mit derzeit 385 deutlich angestiegen sei.

Sorge bereite ihm eine erhöhte Reiseaktivität von Islamisten in das pakistanisch-afghanische Grenzgebiet, sagte Ziercke. Seit 2007 seien etwa 30 bis 40 Personen aus Deutschland in diese Gegend gereist. Etwa 20 seien nach Erkenntnissen der Behörden wieder zurückgekehrt. Im Fokus stünden außerdem rund 130 sogenannte Gefährder. Dabei handele es sich um Personen, die bereit seien, politisch motivierte Straftaten von erheblicher Bedeutung zu begehen wie zum Beispiel terroristische Anschläge.

Kanzlerin Angela Merkel forderte als Konsequenz aus den Bombenfunden weltweit strengere Kontrollen im Luftfrachtverkehr.

  • 03.11.2010, 14:48 UhrA. Prenden

    Ah "abstrakt" und "Grundrauschen". Ein abstraktes Grundrauschen kommt für mich von ganz woanders her, aber nicht von der "realen Terrorgefahr" von Al Kaida, die ja hinter allem stecken seit 911. Es wird Zeit endlich die Pläne für eine eurpäische Armee auf den Tisch zu legen und darüber zu debatieren. Aber warten wir mal noch ein paar Anschläge like Oktoberfest und bologna ab, hinter denen offiziell Al Kaida stecken wird.

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