Blackout-Gefahr
Regierung droht mit Abschalt-Verbot für ältere Kraftwerke

Der günstigere Ökostrom verdirbt älteren Gas- und Kohlekraftwerken das Geschäft, die Betreiber würden diese am liebsten abschalten. Die Regierung will das unbedingt verhindern – im Winter drohe eine Versorgungslücke.
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BerlinGegner der Energiewende warnen gerne vor der Blackout-Gefahr. Nun könnte die Lage im Winter aber tatsächlich ernst werden. Der günstige Ökostrom verdirbt älteren Kraftwerken das Geschäft. Die Regierung lässt die Muskeln spielen, um sie dennoch am Netz zu halten.

Die Bundesregierung droht Betreibern, die ihre Gas- oder Kohlekraftwerke in Kürze vom Netz nehmen wollen, mit einem vorübergehenden Abschalt-Verbot. Es gebe für den Winter womöglich eine Lücke von mehreren hundert Megawatt, um eine sichere Versorgung zu garantieren, hieß es in Koalitionskreisen. Da die stetig steigende Ökostrom-Produktion ältere fossile Kraftwerke unrentabel mache, könnten bis zum Winter mehr Anlagen vom Netz gehen als erwartet.

Da es keine Meldepflicht gibt für Abschaltungen, sei die Lage derzeit ungewiss und das Problem womöglich nicht auf freiwilliger Basis zu lösen. Aus dem Bundeswirtschaftsministerium erfuhr die Deutsche Presse-Agentur (dpa), das Ministerium setze auf freiwillige Selbstvereinbarungen der Betreiber. Oberste Priorität habe aber die Versorgungssicherheit in Deutschland. „Vor diesem Hintergrund ist das Bundeswirtschaftsministerium jederzeit in der Lage, durch schnelle gesetzliche Änderungen die Versorgung sicher zu stellen.“

Möglich wäre eine Ergänzung des Energiewirtschaftsgesetzes, das derzeit ohnehin im Zuge neuer Haftungsregelungen für die Anbindung der Windparks in Nord- und Ostsee überarbeitet wird. Die Betreiber scheinen vor allem auf finanzielle Anreize zu hoffen, damit sie Anlagen am Netz lassen und so zur Entspannung der Lage beitragen.

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Anspannung im vergangenen Winter

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  • @ Strom-kommt_aus_der_Steckdose,
    der Link dürfte von Interesse sein:
    www.sfv.de und www.energiewenderechner.de

  • aus ihrem artikel: "Im vergangenen Geschäftsjahr hatte Eon den ersten Nettoverlust seiner Unternehmensgeschichte verbuchen müssen. Das Minus von 2,2 Milliarden Euro war vor allem auf die Kosten durch den Atomausstieg zurückzuführen." - soviel zum gewinn im vorjahr. dass man von dieser basis aus recht hohe steigerungsraten erzielen kann, ist auch nicht wirklich höhere mathematik...

  • Bei den sittenwidrigen Strompreisen kann ich doch wohl erwarten das ich beliefert werde. Oder etwa nicht?

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