Blaupause für Deutschland: So geht Energiewende!

Blaupause für Deutschland
So geht Energiewende!

Mangelhafter Netzausbau, erhöhte Strompreise, zähe Genehmigungsverfahren – die Energiewende hakt. Für Handelsblatt Online haben sieben Hauptakteure aufgeschrieben, was 2013 angepackt werden muss, damit sie gelingt.
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DüsseldorfGeht es um die Energiewende, dann sind alle Superlative erlaubt. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Energiewende zum „Jahrhundertprojekt erklärt, SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück spricht neuerdings à la Kennedy vom deutschen „Man-on-the-Moon-Projekt“, GE-Deutschland-Chef Stefan Reimelt sprach von einem „Blaupausen-Charakter für die Welt“. So einzigartig ist das Projekt, dass in anderen Sprachen noch nicht einmal eine Übersetzung für den Begriff gibt. In den USA etwa ist nur noch von „the Energiewende“ die Rede.

Doch im vergangenen Jahr stockte The German Energiewende, die Kommentare lauteten plötzlich „finanziell auf tönernen Füßen“, „viel zu teuer“, „ungerecht“. Die Liste der Kinderkrankheiten des Projekts ist lang: Stockender Netzausbau, unfaire Finanzierung, falsche Fördermechanismen.

Viele Baustellen, jede Menge Akteure und wenig Zeit. Was muss in diesem Jahr passieren, damit die Energiewende Schwung bekommt? Das hat Handelsblatt Online sieben Beteiligte gefragt. „Die große Frage für 2013 lautet: Wo sollen sinnvollerweise weitere Wind- und auch Solaranlagen entstehen? Es ist töricht, die Netzentwicklung anzugehen, solange diese Frage nicht geklärt ist“, sagt Juwi, einer der größten deutschen Projektentwickler für Ökostrom-Kraftwerke.

„Neue Stromleitungen an Land sollten schneller gebaut werden können“, fordert Deutschlands größter Netzbetreiber Tennet. „Dazu muss der Gesetzgeber den Bundesbedarfsplan, der die unverzichtbaren Netzausbaumaßnahmen für die nächsten Jahre festlegt, so schnell wie möglich verabschieden, sodass die Planungen für die neuen Strom-Autobahnen starten können.“ Mit der Forderung, die Bürger mitzunehmen und nicht zu überrumpeln, steht Tennet Seite an Seite mit dem Umweltverband BUND.

Der Energieversorger Eon erinnert bei all den Diskussionen um Bürgerbeteiligung und Stromtrassen an ein stark in Vergessenheit geratenes Projekt: „Leider kommt in der aktuellen Diskussion ein für den nachhaltigen Erfolg der Energiewende unabdingbares Thema zu kurz: der Klimaschutz“, findet das Unternehmen.

Die große Bedeutung von konventionellen Kraftwerken für die Energiewende betonen sowohl der Energieversorger EnBW als auch die Bundesnetzagentur. Für das Bundesbauministerium ist die energetische Gebäudesanierung von zentraler Bedeutung. „Effiziente Wärme- und Energiesteuerung insgesamt sind ein Megatrend, der sich in diesem Jahr weiter verstärken wird“, schreibt Bauminister Peter Ramsauer in seinem Beitrag.

Die ganze To-Do-Liste „Energiewende 2013“:

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  • An die Redaktion:


    Es wäre schön, wenn Sie - ähnlich wie die FAZ - endlich eine Regelung einführen würden, daß Beiträge unter dem Klarnamen einzustellen sind.

    Es würde der Diskussion sehr gut tun, wenn diejenigen, die fremde Propagande, esoterische Märchen oder Angriffe auf Personen publizieren wollen, dies auch unter ihrem richtigen Namen tun müßten.

    Der Qualität würde dies sehr gut tun. Die ist nämlich hier nicht immer gut.

    Für aggressive Windmühl-Lohnschreiber, Kampagnen-Aktivisten und cholerische Wutbürger gibt es doch auch genug andere Foren.

  • Was ist eine Energiewende?

    Wie viel muss gewendet werden. damit man von Wende sprechen kann?

    Was sagen die Experten?

    70% oder 80% oder nur 50%?

    Wie hoch ist der Anteil der el. Energie am Gesamtverbrauch in Deutschland?
    Lasen Sie die Experten schätzen.

    Es sind ca. 20%.
    Merken Sie was?

    Selbst wenn die gesamte el.Energie aus reg. Energiequellen erzeugt wird, wenden wir damit nur 20 %.

    Ist das eine Wende?
    Was ist mit dem kleinen Rest von 80%?

    Was sagen die Experten?

  • Energiewende geht locker und preiswert über Energiegenossenschaften, die eine dezentrale Stromversorgung sicherstellen und die Preistreiberei beenden können. In der Vergangenheit war die Gründung dieser Genossenschaften stark EEG-getrieben (Einspeisevergütung). In Zukunft wird wahrscheinlich der Eigenverbrauch/KOstensenkung des Eigenverbrauchs im Vordergrund stehen. Und da der Bürger direkt als Teilhaber an solchen Projekten beteiligt ist, erhöht sich auch die gesellschaftliche Akzeptanz, im Übrigen gibts auch noch Dividende. Auch die Möglichkeiten bei der Gebäudesanierung sind mE noch nicht ausgeschöpft. Neben den konventionellen Solarpanels gibt es nunmehr integrierte Dachlösungen statt der konventionellen Dacheindeckung mit Ziegeln. Da bei uns demnächst die Dacherneuerung ansteht werde ich mich für eine derartige Lösung entscheiden und ich denke, dass werden auch viele weitere tun. Man muß nur mal die Blockierer von der FDP loswerden, dann kanns losgehen

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