Blockade bei Stromtrassen
CDU-Ministerpräsidenten gegen Seehofer

CDU-Ministerpräsidenten laufen Sturm gegen Horst Seehofers Blockade bei Stromtrassen: Die Energiewende sei eine gesamtdeutsche Aufgabe. Seehofer müsse sich an Abmachungen halten und den Netzausbau vorantreiben.
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BerlinNamhafte CDU-Politiker üben massive Kritik an Seehofers Blockadehaltung beim Bau neuer Stromleitungen. „Den geplanten Leitungen haben alle Länder zugestimmt. Die Energiewende zu meistern, ist eine gesamtdeutsche Aufgabe für uns alle, Bund und die Länder, die Wirtschaft und die Bürger“, sagte der sächsische Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) dem Handelsblatt.

„Wir brauchen den Netzausbau, und zwar dringend, denn 2022 werden die letzten Atomkraftwerke abgeschaltet“, sagte Reiner Haseloff (CDU), Regierungschef von Sachsen-Anhalt, dem Handelsblatt. „Wir produzieren grünen Strom in Sachsen-Anhalt, den wir zu bestimmten Zeiten nicht weiterleiten können, so dass Anlagen abgeregelt werden müssen“, kritisierte Haseloff. Das verursache unnötige Kosten, mache keinen Sinn und geschehe auch, weil es zu wenige Leitungen in die Industrieregionen in Süddeutschland gebe.

Auch Armin Laschet, CDU-Landeschef von Nordrhein-Westfalen, sieht Seehofer in der Pflicht: „Bayern hat vor zwei Jahren dem Bundesbedarfsplangesetz zugestimmt, das den Bau der Leitungen festlegte. Wir brauchen nicht 16 Energiewenden, sondern einen nationalen Konsens, der im Übrigen für alle Flächenländer Belastungen mit sich bringt.“

Seehofer sperrt sich gegen den Bau neuer Stromleitungen und will den Strombedarf in Bayern nach der Abschaltung der Atomkraftwerke mit neuen Gaskraftwerken decken, für deren Bau er Subventionen fordert. Aus Sicht von Sachsens Ministerpräsident ein Unding: „Ich bin gegen Pläne, in deren Ergebnis es zu Kostensteigerungen für den Energieverbraucher kommen kann“, sagte Tillich. Gaskraftwerke seien daher nur dann eine Möglichkeit, wenn sie sich subventionsfrei betreiben ließen.

Das sieht auch Thomas Strobl, CDU-Chef in Baden-Württemberg und Vize der Bundespartei, so: Es werde nicht funktionieren, im Süden gezielt Gaskraftwerke aufzubauen und die Kosten bundesweit umzulegen, sagte er. Vernünftig sei es vielmehr, den Strom aus erneuerbaren Energien im Norden zu nutzen, ihn in den Süden zu leiten und die bestehenden konventionellen Kraftwerke als Reserve zu nutzen. „So bleibt die Energiewende bezahlbar“, sagte Strobl.

Klaus Stratmann berichtet als Korrespondent aus Berlin.
Klaus Stratmann
Handelsblatt / Korrespondent

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  • Warum sind die Unternehmen denn so zahm im Umgang mit Seehofer? Die Unternehmen sollten meine eine PR Aktion in der Presse schalten. Titel: "Warum wir für die Stromtrasse sind“

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