Blockupy-Demo

Banken-Gegner bewerfen Polizei mit Feuerwerkskörpern

Mehrere tausend Menschen sind in der Bankenstadt Frankfurt aus Protest gegen den Kurs der Euroretter und die Macht der Banken auf die Straße gegangen. Dabei kam es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen.
Update: 01.06.2013 - 19:29 Uhr 66 Kommentare
Zunächst verlief die Blockupy-Demonstration in Frankfurt friedlich. Später gerieten aber Vermummte und Polizei aneinander. Quelle: Reuters

Zunächst verlief die Blockupy-Demonstration in Frankfurt friedlich. Später gerieten aber Vermummte und Polizei aneinander.

(Foto: Reuters)

Frankfurt„Wir sind wieder da!“, verkündet eine Blockupy-Sprecherin selbstbewusst über den Lautsprecherwagen. Die Bewegung nimmt für sich in Anspruch, die Kritik am Kapitalismus und am Krisenmanagement der EU auch in diesem Jahr wieder ins Herz der Frankfurter Finanzwelt getragen zu haben. Mehrere tausend Aktivisten sind dem Aufruf gefolgt. Das Finanzviertel und die Gegend rund um die Europäische Zentralbank sind von starken Polizeikräften abgeriegelt. „Frankfurts Banker sind im Panic Room“, spottet die Sprecherin.

Ein bunter Zug hat sich an diesem Samstag zusammengefunden: Rote Fahnen der Linken, orangefarbene von Attac und gelbe von Flughafengegnern flattern um die Wette. Das Wetter ist deutlich besser als am Freitag, als sich bei strömenden Regen zwischen 1000 und 3000 Demonstranten an Aktionen vor der EZB, auf der Einkaufsmeile Zeil und am Flughafen beteiligten. Am Samstag sind es deutlich mehr: Die Polizei spricht von rund 7000, die Veranstalter sogar von über 20.000. Unter ihnen sind auch Aktivisten aus europäischen Nachbarländern, der am häufigsten angestimmte Slogan ist südländisch: „A-Anti-Anticapitalista“.

Zwischenzeitlich zeigt sich sogar die Sonne. Bunt gekleidete Demonstrantinnen pusten Seifenblasen in die Luft, ein Wasserball wird von der Menge immer wieder in die Luft geworfen. Die heitere Stimmung hält aber nicht lange an. Nach einigen hundert Metern steigt stinkender Qualm einer Rauchbombe auf, eine Leuchtrakete fliegt. Auf einmal stoppt der Zug. Die Polizei rückt ein und trennt den mittleren Teil der Gruppe vom Rest ab.

In dem eingekesselten Sektor befinden sich zahlreiche, überwiegend schwarz gekleidete Demonstranten, die sich vermummt haben. Sie führen nach Angaben der Polizei „Passivbewaffnung“ wie Schilde mit sich und haben Seile an den Rändern des Zugs gespannt, die ein Eindringen von Polizisten erschweren würden. Die Polizeiführung sieht darin einen Verstoß gegen Demonstrationsauflagen und stoppt den Zug. Mit Schlagstöcken und Pfefferspray gehen Beamte gegen einzelne Demonstranten vor. Blockupy spricht von grundloser Gewalt, die Polizei von einer Reaktion auf Angriffe gegen Beamte. Augenzeugen berichten von Demonstranten, denen die Augen ausgespült werden.

„Legt die Uniformen ab“
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66 Kommentare zu "Blockupy-Demo: Banken-Gegner bewerfen Polizei mit Feuerwerkskörpern"

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  • Was mich bei solchen Demos ja immer so stört, da laufen ein paar Leutchen rum teils mit bunten Masken oder auch sonstwie bemalt, angezogen meist wie Penner, aber sie haen absolut keinen Plan.
    Sie diskutieren nicht mit den Leuten oder den Bankern. Sie lege keine Liste vor mit fundierten Forderungen öder Änderugnsvorschlägen. Einfach nichts
    sie sind wie dumme Kindergartenkinder und merken gar nicht, dass mit solchen Demos nun gar nichts erreicht werden kann

  • Hantasolf
    Sagen Sie mal, werden Sie von Merkel bezahlt?

  • "Würde er eine Bärenfellmütze tragen, könnte er vor dem Buckingham-Palast stehen - so ruhig bleibt er"

    Beamte Vor Ort können nichts dazu beitragen aber die Auftraggeber.

    Ignorieren der Probleme im Land wird in nah oder Fern der Zukunft ein Kessel das nicht zum überlaufen droht sondern wir Implodieren.

    Wo sind die Politiker und Bankenaktionäre, warum nicht vor Ort Debatten und mit Bevölkerung engen Kontakt suchen?

    Das wegbleiben und nicht aktiv die Probleme behandeln ist ein Indiz auf dessen Mist das bisher geschah ein Dilemma bedeutet für unsere Zukunft.

  • @Hantasilf
    Ihre Kommentare lassen eine gewisse Zwanghaftigkeit erkennen, andere mit "Gewalt" von Ihrer Meinung überzeugen zu müssen. Dazu missbrachen Sie die Kommentarfunktion des HB unter Verwendung von vielen unterschiedlichen Namen. Durchschnittlich 70% der Beiträge zu bestimmten Themen stammen von Ihnen selbst.

    Als Anhänger der Piraten geben Sie ein äußerst negatives Bild ab. Dieses Verhalten ist mit der Forderung nach "Netzneutralität" nicht gemeint, da haben sie ganz offensichtlich etwas missverstanden.

  • Dieses Geschmeiß sollte man genauso behandeln wie Bahrain seine Demonstranten.

    Die Mitglieder der "Die Linke" die gegen unseren Staat ist sollen in das Land ihrer ideologischen Träume auswandern: Nordkorea

  • Sie sind ein Romantiker.

    99% der Deutschen geht das, was die Kommunisten und Mitläufer in Frankfurt an onanistischen Aktionen betreiben, am Allerwertesten vorbeit, und das obwohl das überwiegend Sozialhilfeempfänger sind, die die Hand derer beißt, die sie durchfüttert...

  • @Hantasilf:
    nur weil jetzt mal fünf Leute nicht derselben Meinung sind wie Lucke bedeutet das noch lange nicht, dass Lucke und Co. so verkehrt liegen.

    Scheinbar haben Sie wenig Ahnung von wissenschaftlichem Vorgehen, weil sonst wäre es Ihnen bekannt, dass es Teil der Professur ist, freiheitlich forschen zu dürfen und seine Meinung vertreten zu dürfen. Zumindest ist dies in Teilen Europa's noch möglich.

    Deshalb wäre es schon angebracht, wenn man selbst zumindest ein bisschen von der Materie verstehen kann, so dass man die unterschiedlichen Standpunkte beurteilen kann.

    Nur weil also vier Professoren (eine European School ist keine Universität) eine andere Meinung vertreten, bedeutet dies noch lange nicht, dass Lucke verkehrt ist.

    So eine Stellungnahme zeigt doch nur, dass es begründete Zweifel gibt, ansonsten bräuchte man doch nichts verteidigen.
    Die Behauptung, dass die Meinung von vier Menschen der akademische Konsensus wäre, ist falsch, schon alleine deshalb, weil es mehr als fünf Professoren gibt. Konsensus bedeutet für mich noch immer die Meinung der Mehrheit und da erinnere ich mich an eine gewisse Petition, die von mehr als 200 unterschrieben worden ist.

    Lassen Sie mich raten: Unvorstellbares Unglück wird auf uns zukommen, nehme ich an, aber ohne konkrete Zahlen. Somit etwas eleganter verpackte Vermutungen, die letztendlich nur der Durchsetzung eigener Interessen dienen können.

    Sagen Sie mir doch, Hantasil, wer von den Schreiberlingen besitzt zB. ein Haus oder ähnliches im Süden? Können Sie das ausschliessen, dass andere Interessen als das Gemeinwohl bei so einer Aktion eine Rolle spielen?

    Lucke hat fünf Kinder. Er will, dass die auch noch ein Europa vorfinden, wie wir das erleben durften. Ich traue ihm genügend Weitblick, Sachverstand, Integrität und Vorsicht zu, um den bestmöglichen Weg durch diese Krise hindurch anzustreben.

  • Das was wir haben ist ein grosses Problem und das sehen wir jeden Tag. Über Lügen und Vertragsbrüche der Altparteien muss man nicht spekulieren, dass ist eine Wahrheit die schon bewiesen ist. Daher ist jede Alternative zu den Altparteien eine Pflicht für jeden Bürger der Verantwortung für sich und seine Zukunft trägt.

  • @Hantasilf

    Manchmal hilft es auch sich nicht zu sehr in den akademischen Elfenbeintürmen zu verirren und in die Praxis zu gehen. Schauen wir uns das Beispiel Argentinien an, welches zu Zeiten seiner Dollarbindung sehr große Ähnlichkeit mit den Süd-Euroländern hatte und für und wider eines Ausstiegs aus der Parität abzuwägen hatte. Mit bekanntem Ergebnis:

    http://www.welt.de/wall-street-journal/article116611474/Der-Euro-Ausstieg-liegt-naeher-als-wir-denken.html

    Niemand behauptet, dass der Eurobruch ein Zuckerschlecken wird. Aber ein "weiter so" mit nur kosmetischen Änderungen wird den Druck im Kessel immer weiter steigen lassen. Und was passiert, wenn er explodiert, was zwangsläufig beim "Weiter so" passieren muss, möchten Sie und ich nicht erleben. Dann lieber Druck ablassen, auch wenn die Verbrühungsgefahr real gegeben ist.

    Ob man eher für ein "Weiter so" wie Sie oder einen qualifizierten Ausstieg wie ich bin, ist letztlich auch eine Bauchentscheidung, da nicht vollständig prognostizierbar. Da können Ihnen Ökonomen erzählen was sie wollen. Ich schaue da eher menschlich, wer hat in der Vergangenheit richtig gelegen und wer nicht und da sieht das "Establishment" inkl. aktueller Regierung und von ihr bezahlter Ökonomen sehr schlecht aus. Es entsteht der Eindruck: "Denn sie wissen nicht, was sie tun!".

  • Diese sogenannten Top Ökonomen sind die selbe Gattung der sogenannten Top Politiker. Sie sitzen alle samt an den Futtertrögen des Systems das sie verteidigen. Der Sachverstand weicht da wohl eher dem persönlichen und politischen Interesse. Schauen sie sich mal genauer an wo diese Top Ökonomen her kommen und wer sie bezahlt.

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