Blockupy
Gigantische Polizeipräsenz erstickt Proteste im Keim

„Blockupy“-Aktivisten wollten in Frankfurt trotz Versammlungsverboten gegen Banken und Kapitalismus protestieren. Allerdings standen zu wenige Demonstranten zu vielen Polizeikräften gegenüber. Der Protest verpuffte.
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FrankfurtDie Innenstadt und die Banken haben sich seit Mittwoch auf einen Sturm vorbereitet, Fenster vernagelt, Gebäude geräumt und dazu einen etwa 500 Meter breiten und einen Kilometer langen Streifen abgesperrt. Dieser reicht vom Bahnhofsvorplatz bis ins Bankenviertel hinein. Innerhalb dieses Bereichs kämpfen seit den Morgenstunden über 1000 Polizisten gegen Langweile.

Trotz Versammlungsverboten wollten „Blockupy"-Aktivisten in Frankfurt am Main auch an diesem Freitag gegen Banken, Kapitalismus und die Krisenpolitik der EU protestieren.

Einsatzgruppen mit schwerer, stichfester Kleidung, Arm- und Beinschienen haben sich in die Schatten der verwaisten Banktürme zurückgezogen. Anders als vorhergesagt ist die Sonne in den Mittagsstunden durch die Wolken gekommen.

Unterhalb der EZB unterhalten sich zwei Männer ausgelassen mitten auf der Kreuzung Neue Mainzer Straße, Große Gallusstraße. Es ist so still, dass selbst die Vögel in der knapp 60 Meter entfernten Taunusanlage noch zu hören sind.

Auf dem Platz vor Alten Oper hat die Polizei etwa 50 Mannschaftswagen exakt in Reihe aufgestellt. Die Schiebetüren und Fenster stehen offen. Polizisten reichen sich zerfledderte Zeitungen und stehen in den wenigen offenen Stehcafés und Bäckereien an. Ein Frankfurter müht sich auf Englisch vier Asiaten zu erklären, dass dies keine Polizeiausstellung ist und auch keine Übung.

Ein paar Meter weiter sitzen fünf in die Jahre gekommene Rucksackreisende unter einer Platane und diskutieren mit zwei Polizisten, die vom Alter her ihre Kinder sein könnten. Die Polizisten sprechen von Versammlungsverbot. Die Reisenden davon, dass man Teile ihrer Ausrüstung sichergestellt habe. Die wollen sie zurück – sofort.

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„Blockupy“ kritisiert massive Polizeipräsenz

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  • Mawo

    >> solle evt. eine isländische Justiz
    >> in europäische Länder zum Vorbild
    >> genommen werden?

    Der "Witz" an der Sache: Der Angeklagte war's gar nicht. Der, der die Sache so gründlichst versemmelt hatte, konnte nicht mehr belangt werden ...

    Ich finde ja auch toll, was die Isländer da hinbekommen haben, aber der Rechtstahmen liess schon als Anklage erhoben wurde nicht zu, daß der eigentlich verantwortliche MP angeklagt werden konnte (hörte ich jedenfalls vor ca. nem Jahr im DLF) Das wäre so, als ob bei uns jetzt Schröder für die Freigabe des Privatfernsehens vor Gericht müsste.

  • @ hardy,
    solle evt. eine isländische Justiz in europäische Länder zum Vorbild genommen werden?
    Ein Staatsmann wurde bereits in einem von vier Anklagepunkten (Bankencrash Island) für schuldig befunden, wenn auch ohnen praktische Auswirkung. Nun wurde über einen der "Gierbankster" geurteilt: http://blog.snaefell.de.

  • Ich habe leider keine Wette laufen, wie oft man versucht, mich an einem Tag mit YouDupe Videos zu missionieren.

    Ob und wie gut ich informiert bin, können Sie täglich hier

    www.tv3.de/medienverlag/news-aus-radio-und-presse.html

    nachprüfen. YouDupe ist was für Menschen, die nicht zuhören können.

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