„Blühende Landschaften“: Kohl wettert gegen Einheitsmiesmacher

„Blühende Landschaften“
Kohl wettert gegen Einheitsmiesmacher

Helmut Kohl fackelt nicht lange. Pünktlich zum 20. Jahrstag der Deutschen Einheit redet er mit seiner Lieblingsboulevardzeitung Tacheles über die Wiedervereinigung und die Folgen. Er nutzt die Gelegenheit für ein paar Klarstellungen in seinem Sinne - mit einem Seitenhieb auf Angela Merkel und einer heftigen Attacke gegen den letzten DDR-Ministerpräsidenten Lothar de Maizière.
  • 24

HB BERLIN. Altbundeskanzler Helmut Kohl (CDU) hat zum 20. Jahrestag der Wiedervereinigung eine positive Bilanz gezogen, aber auch schwere Defizite in der aktuellen Politik beklagt. Er habe Sorge um Deutschland, "weil wir mit viel zu viel Aufgeregtheit über Unwichtiges diskutieren und weil wir überhaupt viel zu viel öffentlich zerreden, statt die Dinge anzupacken", sagte Kohl der "Bild"-Zeitung vom Freitag. Ob er damit auch die Regierung von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) meinte, blieb offen.

Der frühere CDU-Vorsitzende warnte zugleich vor einer zunehmenden Beschönigung der DDR. Den ersten freigewählten und zugleich letzten DDR-Ministerpräsidenten Lothar de Maizière (CDU) nannte er in diesem Zusammenhang einen "verbitterten Menschen, der in der Bundesrepublik Deutschland nie angekommen ist". Das Verhältnis zwischen Kohl und de Maizière gilt seit langem als angespannt. De Maizière hatte kürzlich gesagt, die DDR sei kein vollkommener Rechtsstaat gewesen, aber auch kein Unrechtsstaat.

Kohl verteidigte seine Voraussage von vor 20 Jahren, es werde "blühende Landschaften" im Osten Deutschlands geben: "Ich freue mich über das Erreichte. Die neuen Bundesländer haben seit 1989/90 große Fortschritte gemacht und enorm aufgeholt. Und auch bei der inneren Einheit sind wir weit vorangekommen." Zugleich räumte er ein: "Sicher geht alles langsamer, als wir es uns damals vorgestellt haben." Gerade die innere Einheit dauere länger als gedacht.

Kanzlerin Merkel sieht die Wirtschaft in Ostdeutschland 20 Jahre nach der Wiedervereinigung „auf einem guten Weg“. „Der Produktivitätsrückstand schrumpft, die Umorientierung vom Binnenhandel hin zum Export verläuft stetig“, schrieb die CDU-Chefin in einem am Donnerstag veröffentlichten Beitrag für die Zeitschrift „trend“ des CDU-Wirtschaftsrates. Die industrielle Basis sei gewachsen und habe an Stabilität gewonnen. All dies wirke sich endlich auch auf dem Arbeitsmarkt aus. Die Arbeitslosigkeit habe sich in den vergangenen fünf Jahren in den neuen Ländern fast halbiert.

Im Einigungsprozess habe sich gezeigt, wie entscheidend der Zusammenhalt in Deutschland sei, betonte die Kanzlerin. „Der Zusammenhalt in unserem Land hat nicht nur die Deutsche Einheit zum Erfolg werden lassen, sondern auch einen entscheidenden Beitrag geleistet, dass Deutschland besser als alle anderen großen Industrieländer durch die Krise kommt.“

Seite 1:

Kohl wettert gegen Einheitsmiesmacher

Seite 2:

Seite 3:

Kommentare zu " „Blühende Landschaften“: Kohl wettert gegen Einheitsmiesmacher"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Und dann verfäschte Kohl auch noch dei Geschichte in dem Gespräch mit der bildzeitung.
    Er freute sich über die "iedrevereinigung der Ost mit der West-CDU?
    Hallo? Der Typ hat wohl in seineer Seniliät vergessen, dass die CDU Ost, also die blockpartei Teil des Polöitbüros war. Es gab schlciht keine Oppositon im der DDR. Die blockiparteien haben jeden beschluß des ZK abgwinkt und mitgetragen bis hin zum Schießbefehl
    Und dann Kohl sie alle in unsere Parteien übernommen ohne jede Überprüfung.
    Und seine späte Rache war dann Merkel.
    Eine 150%ige DDR-bürgerin. Die ahtte mit den bürgerrechtlern und der stillen Opposition überhaupt nichts zu tun

    Die bürgerrechtler, die die Wende erst eermöglicht hatten, die hat er zur Seite geschoben

  • Was ich dem Mann nie vergessen werde, seine schlechteste Leistung; sein Ziehkind Angela.

  • Einen satirisch-humoristischen beitrag zur Einheitsfeier liefert auch Martin Sonneborn (Ex-Titanic/Die Partei), indem er fordert, die Mauer wieder aufzubauen: http://bit.ly/aitPSq

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%