0 Bewertungen
27.10.2007 
Reform

BND wird bis 2009 umgebaut

Der Bundesnachrichtendienst soll bis Anfang 2009 tief greifend umgebaut werden. Die Reformen sollen vor allem dafür sorgen, dass die Behörde effizienter arbeitet und besser von der Regierung kontrolliert werden kann.

Eingang zum BND-Gelände in Pullach bei München. Foto: dpaLupe

Eingang zum BND-Gelände in Pullach bei München. Foto: dpa

HB BERLIN Eine tief greifende Reform des Bundesnachrichtendiensts soll bis Anfang 2009 die Arbeit der Behörde verbessern und die Kontrolle durch die Regierung stärken. „Der Dienst wird einem umfassenden Reformprozess unterzogen“, sagte BND-Sprecher Stefan Borchert am Samstag in Berlin. Ziel sei es, den „BND als Dienstleister am Standort der Bundesregierung zu stärken“.

Der BND, der bis 2013 von Pullach nach Berlin umziehen soll, hatte zuletzt mit Affären Schlagzeilen gemacht. Dazu zählten ungeklärte Aktionen im Ausland - etwa im Irak - und die Bespitzelung von Journalisten im Inland. Beklagt werden mangelnder Informationsaustausch innerhalb des 6 000 Mitarbeiter starken Geheimdienstes, Reibungsverluste und eine Abkoppelung des Apparats von der Leitung der Behörde und der politischen Kontrolle.

BND-Sprecher Borchert betonte jedoch, dass „vermeintliche oder real existierende Skandale“ nicht Anlass der Reform seien. Diese werde vielmehr schon länger debattiert, um „den BND künftigen Herausforderungen anzupassen“. Allerdings hätten die Affären „die Sache noch dringlicher gemacht“.

Verbessert werden soll die Arbeit des BND mit einer neuen Organisation des Dienstes nach einem „Drei-Säulen-Modell“, wie „SZ“, „Focus“ und „Spiegel“ meldeten und Borchert bestätigte. Der BND soll demnach künftig in die drei großen Felder „Produktion“, „Produktionsunterstützung“ und „Service“ gegliedert sein, für die jeweils ein Vizepräsident verantwortlich ist. Die bisherige Trennung in „Beschaffung“ und „Auswertung“ werde aufgegeben.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Bewährtes Modell

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige

Weitere Beiträge aus dem Ressort

Anzeige

weiterBildergalerien

 

zurück vor
  • Der glücklose Beck – Chro...

    Der glücklose Beck – Chronik eines Abstiegs

    Kurt Beck gibt auf. Nach immer neuen Tiefschlägen ist er vom SPD-Parteivorsitz zurückgetreten. Die Negativ-Schlagzeilen, denen er sich seit Sommer 2007 ausgesetzt sah, ließen die Popularitätswerte der SPD auf Bundesebene und zuletzt sogar in Becks Heimatland sinken. Di...Bildergalerie 

  • Steinmeiers Freunde und F...

    Steinmeiers Freunde und Feinde

    Frank-Walter Steinmeier führt die SPD bei der Wahl 2009 an. Doch nicht alle führenden Genossen sind ihm wohl gesonnen. Wie jeder Politiker hat auch Steinmeier parteiinterne Gegner und Unterstützer. Seine Freunde und Feinde im Überblick.Bildergalerie 

  • Müntefering ist wieder ga...

    Müntefering ist wieder ganz oben

    Franz Müntefering soll Kurt Beck als SPD-Vorsitzenden ablösen. Damit übernimmt der Sauerländer einen Posten, den er schon einmal hatte – und zwar von März 2004 bis November 2005. Er legte damals das Amt nieder, weil er seinen Wunschkandidaten im Parteivorstand nicht al...Bildergalerie 

  • „Datendieben den Garaus m...

    „Datendieben den Garaus machen“

    Auf einem Gipfeltreffen, das heute in Berlin stattfindet, suchen die Bundesregierung und Verbraucherverbände Wege, den illegalen Handel mit Kundendaten einzudämmen. Unternehmen fürchten das Verbot und warnen vor zu viel Regulierung. Einen Kompromiss zu finden könnte sc...Bildergalerie 

 

Handelsblatt Experten + Meinungen

Handelsblatt-Kommentar

Kommentar: Überfällige Konsequenz  Artikel in Merkliste

07.09.2008 von Daniel Goffart

Mit Frank-Walter Steinmeier und Franz Müntefering hat die SPD wieder eine starke Führung. Sie muss aber erst noch zeigen, ob sie die lähmenden Flügelkkämpfe überwinden kann. Kommentar