Börsengang
Kanzleramt stärkt RAG-Chef Müller den Rücken

Kanzleramtsminister Thomas de Maizière (CDU) weist Forderungen zurück, RAG-Chef Werner Müller beim geplanten Börsengang des Konzerns außen vor zu lassen. Müller solle auch in Zukunft eine wichtige Rolle übernehmen. Dies setze allerdings die Zustimmung des Aufsichtsrats voraus, sagte er.

HB BERLIN. „Es bleibt bei der anlässlich des letzten Kohlespitzengesprächs gemeinsam von NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers und Bundeswirtschaftsminister Michael Glos bekundeten Unterstützung für Werner Müller als Vorstandschef des neuen, börsennotierten RAG-Konzerns“, sagte de Maizière dem Handelsblatt. Dies setze allerdings die Zustimmung des Aufsichtsrats voraus. Im Bundeswirtschaftsministerium hatte es dagegen am Wochenende geheißen, Müller sei weder als Chef der Kohlestiftung noch als Vorstandsvorsitzender des künftigen RAG-Konzerns tragbar.

Die Personalie Müller sorgt seit Monaten für Streit. Müller selbst strebte zumindest bisher den Vorsitz der noch zu gründenden Kohlestiftung an. Der Stiftung sollen die Erlöse des Börsengangs des weißen Bereichs des RAG-Konzerns (Chemie, Energie, Immobilien) zufließen. Aus den Erträgen der Stiftung sollen die Ewigkeitskosten des Steinkohlebergbaus beglichen werden. Die Stiftung erhält einen erheblichen Anteil am neuen Industriekonzern. Im Gespräch ist eine Sperrminorität von 25,1 Prozent. Die Konstruktion, die den Ausstieg aus dem subventionierten Steinkohlebergbau erst möglich macht, stammt aus Müllers Feder. Er hatte daher von Anfang an den Posten des Stiftungsvorsitzenden für sich reklamiert.

NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) lehnt dies jedoch ab. Er wirft Müller vor, bei den Landtagswahlen 2005 offen für den damaligen Ministerpräsidenten Peer Steinbrück (SPD) Partei ergriffen zu haben. Er befürchtet, Müller könne auch in Zukunft als Chef einer milliardenschweren Stiftung Einfluss auf die Politik in NRW nehmen. Müller war von 1998 bis 2002 als parteiloser Wirtschaftsminister Mitglied der rot-grünen Bundesregierung unter Bundeskanzler Gerhard Schröder.

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