Bombenfunde in Regionalzügen
Unions-Politiker fordern Videoüberwachung

Nach den Bombenfunden in Dortmund und Koblenz haben sich Innenpolitiker der Union zu Wort gemeldet. Sie fordern eine stärkere Überwachung in Bahnhöfen und Zügen. Dabei ziehen sie ähnlich strikte Kontrollen wie an Flughäfen in Erwägung.

HB BERLIN. „Wir müssen die Schwelle zur Abschreckung möglicher Täter erhöhen“, sagte der CDU-Innenpolitiker Clemens Binninger der „Passauer Neue Presse“ vom Donnerstag. Er plädiere daher für eine durchgängige Videoüberwachung mit Aufzeichnung auf den deutschen Bahnhöfen.

Sein CSU-Kollege Stephan Mayer will auch in Zügen eine Videoüberwachung sicherstellen.Videoaufzeichnungen seien sinnvoll und rechtlich möglich. „Das erhöht die Sicherheit und trägt zur Abschreckung bei“, sagte er der gleichen Zeitung. „Was in Madrid und London geschehen ist, kann auch in München oder Berlin passieren“, warnte er. Der CSU- Bundestagsabgeordnete Norbert Geis sprach sich für ähnliche Sicherheitskontrollen bei Bahn- wie bei Flugreisen aus. Wie auf Flughäfen müssten auch auf Bahnhöfen Passagiere und Gepäck durchleuchtet werden. „Wir können es nicht darauf ankommen lassen, dass die erste Bombe in einem ICE explodiert“, mahnte er. Geis forderte das Bundesinnenministerium auf, Gespräche mit der Bahn über die Verbesserung der Sicherheitsmaßnahmen im Zugreiseverkehr aufzunehmen.

Laut Sprechern der Deutschen Bahn gibt es bereits eine umfassende Videoüberwachung, sowohl an Bahnhöfen als auch in S-Bahnen. An Gefahren- und Kriminalitätsschwerpunkten zeichneten Kameras Videobilder zur Auswertung durch die Bundes- und Landespolizei auf. Die Forderung einzelner Politiker nach ähnlich strengen Kontrollen wie beispielsweise an Flughafen, sei mit einem offenen Bahnhofskonzept schwer vereinbar, sagte ein Sprecher. Die Bahn setze neben der Videoüberwachung auf ihre Mitarbeiter und die Zusammenarbeit mit der Bundespolizei um eine größtmögliche Sicherheit zu garantieren.

Am Montag war im Dortmunder Hauptbahnhof von einem Zugbegleiter ein herrenloser Koffer mit Sprengstoff abgegeben worden. Wenig später war ein Gepäckstück mit ähnlich gefährlichem Inhalt im Bahnhof Koblenz sichergestellt worden. Die Bundesanwaltschaft hatte daraufhin die Ermittlungen gegen unbekannt wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung übernommen. Wegen der Ähnlichkeit der beiden Sprengsätze hält sie damit einen terroristischen Hintergrund für vorstellbar. Ebenso möglich sei allerdings ein krimineller Hintergrund, hieß es.

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