Bonus-Progamme und Selbstbehalt-Modelle
DAK senkt Beitragssatz

Die Nummer zwei unter den deutschen Krankenkassen will ihren Beitragssatz zum 1. Januar 2004 von 15,2 auf 14,7 Prozent senken. In den Genuss der Beitragssenkung kommen rund 5 Millionen Mitgliedern der Deutschen Angestellten Krankenkasse (DAK).

HB BERLIN. Das bedeutet eine individuelle Ersparnis von bis zu 200 € im Jahr, betonte DAK-Vorstandschef Hansjoachim Fruschki am Mittwoch in Berlin bei der Vorstellung neuer Angebote im Rahmen der Gesundheitsreform. Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) begrüßte das DAK-Konzept: Es greife die Chancen aus der Gesundheitsreform auf.

Fruschki räumte ein, dass rund 400 000 Beitragszahler der DAK im laufenden Jahr wegen des überdurchschnittlich hohen Beitragssatzes von 15,2 % den Rücken gekehrt haben. Allerdings habe die DAK, anders als Konkurrenten in der Gesetzlichen Krankenversicherung, ihre Beitragssätze „ehrlich“ kalkuliert und deshalb keine neuen Schulden angehäuft. Er stellte weitere Beitragssatzsenkungen in Aussicht.

Entsprechend dem neuen Trend belohnt auch die DAK künftig jene mit Sachprämien wie Pulsmesser oder Rudergerät, die gesundheitsbewusst leben, zu Vorsorgeuntersuchungen gehen oder das Sportabzeichen erwerben. Für Chroniker hält sie Bonus-Programme bereit: Wer daran teilnimmt, profitiert von ermäßigten Zuzahlungen oder der Erstattung der Praxisgebühr von zehn Euro im Quartal.

Freiwillig Versicherte - das sind meist junge, gesunde, gut verdienende Beschäftigte - können Selbstbehalt-Tarife mit bis zu 50 % bei den ambulanten Behandlungskosten wählen. Dafür gibt es dann einen Beitragsnachlass von 650 € im Jahr. Nach den Worten von Fruschki ergibt sich daraus ein Beitragssatz von noch 11,2 %. Damit will die DAK die Abwanderung zu den Privatkassen und weiteren Aderlass bei den Beitragseinnahmen verhindern.

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