Boris Pistorius
Innenminister will verpflichtenden Einbruchschutz

Angesichts steigender Einbruchszahlen fordert Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) einen gesetzlich vorgeschriebenen Einbruchschutz für Neubauten. Die Aufklärungsquote der Polizei ist erschreckend gering.

HannoverNiedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) hat angesichts steigender Einbruchszahlen einen gesetzlich vorgeschriebenen Schutz für Neubauten angeregt. Es müsse darüber nachgedacht werden, Schutzvorrichtungen an Fenstern und Türen künftig gesetzlich vorzuschreiben, sagte Pistorius der Deutschen Presse-Agentur in Hannover.

Dies solle Thema bei der Innenministerkonferenz in dieser Woche in Koblenz sein. „Wir wissen, dass Einbrecher sehr häufig abbrechen, wenn sie merken, dass sie nicht innerhalb sehr kurzer Zeit in die Wohnungen und Häuser gelangen“, sagte Pistorius.

Im vergangenen Jahr war die Zahl der Taten deutschlandweit auf 152 123 Fälle gestiegen – 1,8 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Die Aufklärungsquote der Polizei lag bei knapp 16 Prozent. Unter allen Bundesländern lag die Einbruchsgefahr 2014 in Bremen mit 541 Taten auf 100 000 Einwohner am höchsten.

Die Hausratsversicherer zahlten im vergangenen Jahr insgesamt 490 Millionen Euro. Binnen fünf Jahren nahmen die Schäden nach Angaben der Versicherungswirtschaft um 35 Prozent zu.

Verknüpft mit staatlichen Förderprogrammen könne Einbrechern das Handwerk gelegt werden, sagte Pistorius. „Beispiele aus anderen Ländern, etwa den Niederlanden, belegen das eindrucksvoll.“ Es dürfe angesichts der enormen Auswirkungen von Einbrüchen auf betroffene Menschen keine Denkverbote geben.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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