Branchenstudie zeigt Ungereimtheiten auf
Steuer auf Alcopops kostet Eichel Millionen

Die von der Bundesregierung geplante neue Steuer auf Alcopops von 87 Cent für eine handelsübliche Flache mit 5,5 Prozent Alkohol könnte zumindest für Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) zum Flop werden.

pt BERLIN. Nach einer vertraulichen brancheninternen Studie, die dem Handelsblatt vorliegt, führt die neue Steuer beim Bund im nächsten Jahr nämlich zu Mindereinnahmen in Höhe von 72 Mill. Euro.Dagegen geht das Finanzministerium von 6 Mill. Euro Mehreinnahmen in diesem Jahr aus und von 12 Mill. Euro Einnahmeplus in den Folgejahren.

In den vergangenen Jahren hat der Konsum von Alkoholmischgetränken bei Jugendlichen zwischen 16 und 18 Jahren stark zugenommen. Dem will die Bundesregierung mit der geplanten Steuer einen Riegel vorschieben. Tatsächlich aber, heißt es in der Studie, werde dieses gesundheitspolitische Ziel nicht erreicht. Die Branche erwartet vielmehr, dass die neue Steuer dazu führt, dass Jugendliche die zu teuer gewordenen schnapshaltigen Szenedrinks durch bier- und weinhaltige ersetzen. Diese sind nämlich von der Neuregelung ausdrücklich ausgenommen, haben zum Teil aber sogar einen höheren Alkoholgehalt als die beanstandeten Getränke.

Die neue Steuer soll zum 1. Juli in Kraft treten und nur auf Mixgetränke erhoben werden, die Spirituosen wie Rum und Wodka enthalten; diese Alcopops genannten Getränke unterliegen schon heute der Branntweinsteuer. Künftig verteuert sich eine Flasche des vor allem in der Gastronomie sehr nachgefragten Rigo (Rum plus Limonensaft) von 1,69 auf 2,89 Euro. Dagegen bleiben andere Getränke wie das weinhaltige Blizzard (89 Cent) oder die bierhaltige Variante von Salitos (1,29 Euro) im Preis unverändert.

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