Brandanschlag auf Asylbewerberheim: Sachsen-Anhalt setzt Belohnung aus

Brandanschlag auf Asylbewerberheim
Sachsen-Anhalt setzt Belohnung aus

Nach dem Brandanschlag auf das Asylbewerberheim in Tröglitz gerät der Zeitplan durcheinander. Flüchtlinge kommen nun teilweise später in den Ort in Sachsen-Anhalt. Das Land hofft auf Hinweise auf die Täter.
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Magdeburg/TröglitzIn Tröglitz sollen nach wie vor 40 Asylbewerber aufgenommen werden – allerdings später als bislang geplant. Wie ein Sprecher des Innenministeriums von Sachsen-Anhalt am Dienstag in Magdeburg mitteilte, sollten zunächst rund zehn Asylbewerber in privaten Unterkünften untergebracht werden. Das werde im Mai oder Juni der Fall sein, teilte Landrat Götz Ulrich (CDU) mit. Später dann solle die Zahl auf 40 erhöht werden.

Der Zeitplan sei durch den Brand in dem hergerichteten Wohnhaus durcheinandergeraten – ursprünglich sollten die Flüchtlinge im Mai in Tröglitz ankommen. Es gebe mehrere Angebote von Einwohnern, Wohnraum zur Verfügung zu stellen, teilte der Landrat mit. An Ostern hätten die Räume noch nicht begutachtet werden können - das solle in den kommenden Tagen geschehen. Es stehe noch nicht fest, aus welchen Herkunftsländern die Asylbewerber kommen werden.

Landesinnenminister Holger Stahlknecht (CDU) sicherte den Schutz von Flüchtlingsunterkünften im Land zu. „Der Personalbestand wird ausreichen, um die Sicherheitslage in diesem Land zu gewährleisten“, sagte Stahlknecht am Dienstag im ARD-„Morgenmagazin“. Abhängig von der Gefährdungslage werde man „Prioritäten innerhalb der polizeilichen Arbeit auch dann ein Stück weit vorübergehend verschieben müssen“. Ein Zurückweichen könne es nicht geben, „sonst würde das nicht nur in Tröglitz, sondern in der gesamten Bundesrepublik Deutschland dazu führen, dass eine vernünftige Asylpolitik nicht mehr möglich wäre“, sagte Stahlknecht.

In der Nacht zum Samstag war offenbar vorsätzlich ein Feuer in einem weitgehend leer stehenden Gebäude gelegt worden. Bei dem Brand in dem Ort in Sachsen-Anhalt wurde unter anderem der gesamte Dachstuhl beschädigt. Zum Stand der Ermittlungen wollte sich Stahlknecht nicht äußern. Zur Frage, ob die Tat einen rechtsextremen Hintergrund habe, sagte er: „Die Vermutung drängt sich auf.“

Das Land Sachsen-Anhalt hat für Hinweise, die zur Ergreifung der Brandstifterführen, 20.000 Euro Belohnung ausgesetzt. Das teilte der Direktor des Landeskriminalamts, Jürgen Schmökel, am Dienstag in Magdeburg mit. Eine Ermittlungsgruppe („Kanister“) aus 17 Beamten ermittle in alle Richtungen. Vermutet werde, dass der Anschlag aus dem rechten Spektrum heraus begangen wurde. Allerdings werde auch erwogen, dass die Tat begangen wurde, um das politische Spektrum zu diskreditieren. Die Ermittler würden am Mittwoch eine umfangreiche Befragung im Ort starten, sagte Schmökel. Die Täter seien mit Gewalt in das Gebäude eingedrungen und hätten an mehreren Stellen Brandbeschleuniger verwendet. Laut Schmökel hatten sie Kanister dabei.

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  • Das man den Osten nicht ausführlich darüber aufgeklärt hat , dass man nun genau soviel Asylanten, Flüchtlinge, Zuwanderer aufnehmen muss , wie es der Westen getan hat ist ja wie ein feiger Anschlag. Schlimm auch die MP der Ostländer , die natürlich zum größten Teil ebenfalls den Mund halten.

    Das nun Kommunalpolitiker und Bürgermeister bedroht werden ist falsch . Se sind nur Befehlsempfänger und eine Ablehnung von Flüchtlingen wäre Übermorgen in der Zeitung mit folgender Überschrift: Bürgermeister von XXXXX
    weigert sich Flüchtlinge aufzunehmen. Dann würden eben Linke ,Grüne, Rote über den Bürgermeister herfallen.

    Die Schuldigen einer grausamen Asylpolitik lassen es sich in Berlin gutgehen. Sie
    haben seit 1980 dafür gesorgt , dass kein Platz für Flüchtlinge in den Herzen der Leute ist, wegen Überfüllung von 17 Millionen Migranten. Sie müssten mal durchgeschüttelt werden!

  • Hallo Herr Zuehlke,
    es ist bedauerlich was passiert ist....
    Es scheint so, alsob sie ebenfalls von den Mainstream-Medien beeinflusst werden.
    In verschiedenen Berichten geht hervor, dass sich zur Tatzeit KEIN Mensch in der geplanten Unterkunft aufgehalten hat. Lediglich wird dies von einigen Medien berichtet. Zudem ist nicht geklärt welche Gruppierung den Anschlag verübt hat, aber es wird von vornerein auf die Neos geschoben. Seltsamerweise wird kein Aufruhr veranstaltet, wenn Linksautonome Polizeiautos in Brand setzen in dem Polizisten saßen!!!!

  • "nach Wahlergebnis verteilt"
    Gute Idee, da würde endlich mal die bunte antideutsche Toscanafraktion was von der eigenen Politik haben, möglichst direkt in unmittelbarer Nachbarschaft...

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