Brandbrief an Bundestagspräsidenten: FDP-Politiker warnt vor Rechtsbruch bei Zypern-Hilfe

Brandbrief an Bundestagspräsidenten
FDP-Politiker warnt vor Rechtsbruch bei Zypern-Hilfe

exklusivIm Eiltempo soll der Bundestag über die Zypern-Rettung entscheiden. Der FDP-Politiker Schäffler sieht dadurch die Mitwirkungsrechte der Abgeordneten verletzt. Nun soll Bundestagspräsident Lammert eingreifen.

BerlinDer FDP-Bundestagsabgeordnete Frank Schäffler hat Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) aufgefordert, eine ausreichende Einbindung des Bundestages bei der Zypern-Rettung sicherzustellen. Hintergrund ist, dass Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) es als „rechtlich möglich“ bezeichnet hatte, das im Finanzierungsgesetz zum Euro-Rettungsschirm ESM festgelegte zweistufige Verfahren für die Bundestags-Befassung in einer Sitzung umzusetzen. In einem Handelsblatt Online vorliegenden Brief Schäfflers an Lammert widerspricht der FDP-Politiker vehement.

 Die vorgesehene Handhabe der Bundestagsbefassung mit der Zypern-Rettung widerspreche „klar Wortlaut und Geist der Parlamentsbeteiligung“, schreibt Schäffler. Diese solle „umfassend“ sein. Die Parlamentsbeteiligung sei „zu wertvoll, um sie der politischen Pragmatik und den Umständen zu opfern“, warnt er. „Sie darf nicht von Anfang an auf die schiefe Bahn geraten.“ Der Bundestag sei daher nach dem Wortlaut des ESM-Finanzierungsgesetzes zu beteiligen.

Das Gesetz schreibt zwei Stufen vor: Zunächst muss der Bundestag weiteren Verhandlungen über Details eines  Rettungspakets zustimmen und später dem endgültigen Hilfsprogramm. Bei Zustimmung zu den Eckpunkten können die internationalen Geldgeber Details für ein „Memorandum of Understanding“ (MoU) ausarbeiten.

Dann muss der Bundestag abschließend über die konkreten Hilfen aus dem  Rettungsfonds ESM abstimmen. Danach kann der ESM-Gouverneursrat das Programm beschließen, sofern auch Parlamente anderer Euro-Länder das  Rettungspaket bewilligt haben.

Seite 1:

FDP-Politiker warnt vor Rechtsbruch bei Zypern-Hilfe

Seite 2:

CDU-Politiker: Ungeheuerlicher Vorgang

Kommentare zu " Brandbrief an Bundestagspräsidenten: FDP-Politiker warnt vor Rechtsbruch bei Zypern-Hilfe"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 7:30 bis 21 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • @McCash
    Der Bundestag ist faktisch schon lange aufgelöst.

    86% Zustimmung bei der "alternativlosen" Entscheidung zum ESM sagt doch alles. Das Parlament hat mehr Ähnlichkeit mit der Volkskammer als mit unserem Bundestag vor der Wiedervereinigung.

  • Was sich mit Zypern abspielt ist im höchsten Maße ille-
    gal und eine weitere Beihilfe zur Insolvenzverschleppung,
    was in diesem rechtsfreien Raum einer 'EU' zur Gewohn-
    heit, mit der Ausbeutung der Deutschen Steuerzahler,
    geworden ist!
    Es ist Zeit für die AfD - Alternative für Deutschland -
    um wieder zu demokratischen, rechtsstaatlichen Verhält-
    nissen zurückkehren zu können!

  • HoSch
    Ein Investitionssicherungsabkommen existiert auch zwischen Deutschland und Griechenland und dennoch wurde bei ausländischen Kapitalanlegern (Zeichnern von Griechlandanleihen) ein Kapitalschnitt um 60% entschädigungslos vorgenommen, ohne dass bislang seitens irgendeiner staatlichen Stelle die Zulässigkeit der Fremdkapitalvernichtung geahndet wurde. Leider ist es so, dass Abkommen innerhalb der EU keinen Wert haben - EU ist leider wie der Wilde Westen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%