Brandbrief vom Steuerzahlerbund ARD und ZDF sollen Kosten offen legen

Der Streit um die neue GEZ-Gebühr brachte ARD und ZDF in die Defensive. Trotzdem verschweigen die Sender immer noch, wofür das Geld ausgegeben wird. Jetzt hat sich der Steuerzahlerbund eingeschaltet.
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Anmeldeformulare der Gebühreneinzugszentrale GEZ. Quelle: dpa

Anmeldeformulare der Gebühreneinzugszentrale GEZ.

(Foto: dpa)

BerlinDer Bund der Steuerzahler hat die Verschwiegenheit der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten in eigenen Finanzierungsfragen scharf kritisiert und die ARD-Spitze zum Handeln aufgefordert. „Wir  haben einen detaillierten Zehn-Punkte-Plan für mehr Transparenz erarbeitet und dem ARD-Generalsekretariat übermittelt“, sagte Verbandspräsident Reiner Holznagel Handelsblatt Online. Er begründete dies mit dem „Rechtfertigungsdruck“, dem sich die Öffentlich-Rechtlichen ausgesetzt sähen und der sich infolge des neuen Rundfunkbeitrags „ungemein erhöht“ habe. „Daher ist kaum verständlich, dass die Rundfunkanstalten in eigenen Finanzierungsfragen bislang so verschwiegen reagieren.“

Auch wenn die ARD sich nun verstärkt um Transparenz bemühe, bestehe noch Handlungsbedarf. „So sollte der Gebührenzahler wissen, was ihn zum Beispiel eine Sendeminute seiner Lieblingssendung oder der Nachrichten kostet oder wie teuer die TV-Rechte für Spielfilme und Sportveranstaltungen waren“, sagte Holznagel.

Konkret fordert der Steuerzahlerbund in dem Handelsblatt Online vorliegenden Zehn-Punkte-Plan, der der ARD-Spitze vor kurzem zugeleitet wurde,  die „Veröffentlichung vergleichbarer Vermögens-, Ertrags- und Aufwandsrechnungen, möglichst sortiert nach Rundfunkanstalt, TV- und Hörfunkbereich“. Besonderes Augenmerk solle dabei etwa auf Personal- und Altersvorsorgeaufwendungen, Digital- und Onlineaufwendungen und spartenbezogene Programm- und Programmverbreitungsaufwendungen gelegt werden.

Darüber hinaus sollten jährlich in einem Jahrbuch ressort- und senderbezogene Budgets offen gelegt werden, ebenso die Kosten der TV-Rechte, vor allem von Sportveranstaltungen und Spielfilmen. Auch bei Sponsoring- und Werbeverträgen hält der Steuerzahlerbund volle Transparenz für sinnvoll. Dasselbe gilt für die Vereinbarung von Vertragsklauseln zwischen Sendern und Produktionsfirmen, die eine Offenlegung von Produktions- und Sendekosten erlauben.

Der Verband rät der ARD zudem zur Einführung eines Verhaltenskodex – ähnlich dem Code of Practice der britischen BBC, „um eine wettbewerbskonforme Auftragsvergabe an verbundene Produktionsfirmen zu gewährleisten“. Sinnvoll sei zudem, parteilichen und staatlichen Einfluss in den Rundfunkräten zurückzudrängen. 

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  • Es ist viel zu teuer mit monatlich knapp 18 Euro, mit ca 10-12 Euro wär ich noch einverstanden. Ich würde auch auf Bundesligaübertragungsrechte und all den Mist verzichten, warum soll die Öffentlichkeit diesen Gehälterwahnsinn beim Fussball finanzieren durch die abartig hohen Übertragungsrechte.

  • Wenn man bedenkt, dass die GEZ-Gelder von den Mitarbeitern u.a. für (private) Taxifahrten, 1. Klasse Bahn-/ Flugreisen, gehobene Hotelunterbringng und Restaurants und für Werbung für Musik-/ Verlagsindustrie ....miss- / gebraucht werden, dann bin ich nicht bereit dieses üble treiben und schlechte Fernsehformat mitzutragen und erst recht nicht, wenn ich zu einer Gebühr verdonnert werde. Boykottiere die Schmonzetten/ Depri/ üble "Verkaufs"talkshows etc. auf den diversen Kanälen schon lange...und Selbstvergewisserungs- und Gewissensberuhigungs-TV für die ferngesteuerte Masse will ich auch nicht unterstützen. Höchstens einige wenige Reportagen und Precht stechen hervor und leider ist alles andere Schrott genauso wie die viele der Privatsender...


  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Kommentare sind keine Werbeflächen“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • Ich habe mir letztens noch einmal eine WDR Lokalzeit angesehen. Diese Melodramatik war schwer auszuhalten. Traurige Stimme + theatralische Musik.

    Den ÖRR müßen sie zuhause bezahlen, am Arbeitsplatz, beim Einkauf und im Urlaubshotel. All diese Firmen müßen GEZ zahlen und dort haben sie nicht die Möglichkeit zu einem anderen Supermarkt zu wechseln, wenn sie wissen, daß Ihr Bisheriger Produkt finanziert, die Sie nicht mitfinanzieren wollen.

  • Auch wenn ich selbst kein Auto habe, sind Staumeldungen nun wirklich nicht auf einem Level mit Seifenopern zu setzen. Hier geht es um wichtige Informationsvermittlung, die man meiner Meinung nach, aus Steuern finanzieren sollte. Wenn man sich auf "Informationsvermittlung" beschränkt, sind die Kosten wohl auch nicht alzu hoch.

    Nebenbei heißt Medienkonsum ja nicht gleich Konsum der öffentlich rechtlichen.
    Meine Videospiele, Filmstreams oder Blurays bezahlt die Allgemeinheit nicht, wieso also Ihre Seifenopern?

  • Genau das ist mir auch schon aufgefallen.
    Dabei ist das Programm immer identisch (ich spreche hier von den Astra Kanälen).
    Jede Regionalstation hat ihren eigenen Chef samt Adjudanten, die kräftig Geld verdienen ohne Gegenleistung für die Fernsehzuschauer.
    Der reinste Selbstbedienungsladen.

  • Für ihre Befindlichkeit in Bezug auf meine Person sind ganz alleine Sie selbst verantwortlich.

  • Stellen Sie sich vor: ich habe einfach eine andere Meinung als Sie.

    Offensichtlich haben sie auf der Arbeit nicht genug zu tun. Warum sollten sie sonst um diese Uhrzeit genug Zeit zum kommentieren haben?

  • Was interessieren mich Wiederholungen? Ich gehe den ganzen Tag arbeiten und habe keine Zeit um TV zu sehen. Und am WE fällt mir auch besseres ein, als den ganzen Tag vor der Glotze zu sitzen.
    Wieviel wird Ihnen eigendlich GEZahlt, das Sie hier solche dumme Sprüche klopfen?

  • Im Jahr 2011 hat der Bayrische Rundfunk (BR) 1.008,3 Millionen Euro eingenommen (1 Milliarde). Davon 877,7 Millionen aus GEZ Gebühr.

    Gereicht hat die Milliarde trotzdem nicht. 11 Millionen minus wurden "erwirtschaftet".

    Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Eine Milliarde reicht für das gesendete Programm nicht aus!!

    Für 2012 gibt es noch keine Zahlen. So schnell sind wir nun auch wieder nicht, in unserem kuschlichen Büro!

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