Brasilien : Westerwelle zu Besuch im „Kraftzentrum Südamerikas“

Brasilien
Westerwelle zu Besuch im „Kraftzentrum Südamerikas“

Außenminister Westerwelle ist zum zweiten Mal in seiner Amtszeit in Brasilien. Er will Türöffner für die deutsche Wirtschaft sein, und muss aber auch die Schuldenkrise in Europa erklären.
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BrasiliaAußenminister Guido Westerwelle hat zum Auftakt einer Lateinamerikareise Brasilien als das „Kraftzentrum Südamerikas“ und wichtigen Partner bei der Gestaltung der Globalisierung gelobt. Die Erfolgsgeschichte der inzwischen sechstgrößten Volkswirtschaft sei „atemberaubend“ und beeindruckend.

„Brasilien ist für uns ein Partner ersten Ranges“, sagte er am Montag nach einem Treffen mit seinem Amtskollegen Antonio Patriota in Brasília, der ersten Station seiner insgesamt achttägigen Reise durch vier Länder. „Wenn man in der Weltpolitik, vom Umweltschutz bis zur Friedenssicherung, etwas erreichen möchte, ist es klug und auch angemessen, sich regelmäßig mit Brasilien auszutauschen“, sagte Westerwelle. „An Brasilien führt kein Weg mehr vorbei.“

Patriota erinnerte an die gemeinsamen Bemühungen für die UN-Reform und dankte Deutschland für die Bereitschaft, beim Wissenschaftsaustausch zu kooperieren. Er erinnerte daran, dass Präsidentin Dilma Rousseff im März zu Eröffnung der CeBit-Messe nach Deutschland reist. Im Rahmen eines Stipendien-Programms der brasilianischen Regierung sollen bis zu 10 000 brasilianische Studenten und junge Forscher an deutschen Universitäten und Wissenschaftseinrichtungen lernen und Erfahrungen sammeln.

Am Dienstag will Westerwelle in São Paulo das Deutsche Wissenschafts- und Innovationshaus eröffnen, eine Vertretung deutscher Hochschulen. Auch das Deutschlandjahr in Brasilien 2013/2014 soll dann vorgestellt werden.

Bei einer Pressekonferenz wurde Westerwelle auf die Schuldenkrise in Europa angesprochen. „Wir haben eine große Entschlossenheit in Deutschland und der Europäischen Union, dass die Euro-Zone zusammenbleibt. Für uns ist Europa und die gemeinsame Währung mehr als ein fiskalisches Projekt. ... Wir setzen darauf, dass alle in der EU an Bord bleiben, alle in der EU ihren Beitrag dazu leisten, dass Europa zur einer Stabilitätsunion weiterentwickelt wird.“ Deutschland zeige eine vorbildliche Solidarität in Europa.

Westerwelle bleibt insgesamt drei Tage in Brasilien. Nach São Paulo besucht er am Mittwoch Rio. Weitere Stationen der Reise sind Peru, Panama und Mexiko. Dort nimmt er am kommenden Wochenende am ersten Außenministertreffen der führenden Wirtschaftsnationen (G20-Gruppe) in Los Cabos teil.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Nicht zu vergesen, der stark überbewertete Real....... damit steht und fällt alles. Die ersten deutschen Firmen, wie z.B. die Fa. Stihl, haben deswegen ihre Produktionsstätten in Brasilien aufgegeben.

  • Das Brasilien in 10 - 15 Jahren Deutschland "diktieren" wird,wo und wie es mit Deutschland weitergehen wird halte ich für übertrieben, ja sogar arrogant. Auch der Vergleich zwischen Deutschland und Portugal "hinkt" doch sehr gewaltig kann man doch beide Länder hinsichtlich der Wirtschaftszahlen gar nicht miteinander vergleichen.
    Brasilien ist ohne Frage ein riesiges Land mit grossen Möglichkeiten, einem starken Wirtschaftswachstum, aber es gibt leider noch sehr grosse Probleme, die bisher nicht/kaum angegangen wurden - auch durch Lula/Rousseff nicht:
    1.) Enorme und vor allem langsame Bürokratie
    2.) Der "Jeitinho" im Alltagsleben
    3.) Armer Norden /reicher Süden und die nach wie vor grossen sozialen Unterschiede zwischen Arm und Reic. Eine bisher nicht gerechte Verteilung des steigenden Wohlstandes alle Bevölkerungsschichten
    4.) extrem unterentwickelte Infrastruktur (z.B. kein Schienenverkehr, alles läuft über wenige Strassen. Eine Zugverbindung zwischen Sao Paulo und Rio war im Zuge der Fußball-WM und der Olympischen Spiele war geplant und scheitert bisher an der Bürokratie, unklaren Eigentumsverhältnissen etc.)
    5.) Korruption
    6.) Erheblich steigende Kosten im Gesundheitswesen. Zugriff aller Bevölkerungsschichten auf ein medizinische Grundversorgung
    7.) Gleiche Ausbildungsmöglichkeiten für alle Bevölkerungsschichten

    Sicherlich haben Lula und Rouseff gute Voraussetzungen geschaffen, aber dies awr auch nur dadurch bedingt, das insbesondere Rohstoffe exportiert wurden - auch diese Rohstoffe werden irgendwann aufgebraucht sein - und dann?? Eine eigene verarbeitende Industrie, die nicht ausländischen Konzernen zugehörig ist, gibt es bis auf wenige Ausnahmen nicht!
    Wenn es Brasilien allerdings gelingt diese Problem in den Griff zu bekommen sage ich nur "parabens" und "Ordem e progresso" ....


  • In 10 bis 15 Jahren sind die Verhältnisse umgekehrt. Dann wird Brasilien diktieren wo es mit und für Deutschland weitergeht. Die gegenüber Brasilien früher arroganten Portugiesen sind längst von der Gunst und Beteiligung der Brasilien abhängig. Ein Trend dem sich Europa nicht entziehen wird, da man es von politischer Seite nicht versteht an einem Strang zu ziehen und somit Volkswirtschaften schadet.
    Brasilien steht eine glänzende Zukunft bevor, eingeleitet durch Lula und fortgesetzt durch Roussef.
    Parabens!

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