Braun- und Steinkohle
Grüne setzen Kohle-Ausstieg auf die Agenda

In Deutschland wird zu viel Strom produziert. In den vergangenen fünf Jahren habe sich der Export laut Studie verzehnfacht. Das bestätigt die Grünen in ihrer Forderung, die schmutzigen Kohlekraftwerke abzuschalten.
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BerlinDie Grünen versuchen, rund vier Wochen vor der Bundestagswahl die Debatte um einen Kohle-Ausstieg anzuheizen. Eine am Freitag veröffentlichte Studie im Auftrag der Bundestagsfraktion bestätigte den Trend, dass sich die deutschen Stromexporte ins Ausland – vor allem wegen der hohen Stromerzeugung aus Braun- und Steinkohle – in den vergangenen fünf Jahren fast verzehnfacht hätten. Über die Studie hatte zuvor die „Rheinische Post“ berichtet.

Grünen-Chef Cem Özdemir warb für einen Kohle-Verzicht bis zum Jahr 2030. „Wir könnten auch jetzt schon deutlich mehr Klimaschutz machen, wenn (Bundeskanzlerin Angela) Merkel nur wollte. Die Studie zeigt: Wir produzieren zu viel schmutzigen Kohlestrom, der dann auch noch die Leitungen verstopft für die sauberen erneuerbaren Energien“, sagte Özdemir. In Deutschland würden nirgendwo die Lichter ausgehen, wenn die 20 schmutzigsten Kohlemeiler rasch abgeschaltet würden.

Die unsichere Kohle-Zukunft bewegt vor allem in den Bergbau-Revieren in Ost- und Mitteldeutschland sowie in Nordrhein-Westfalen viele Menschen. Das rot-rot regierte Brandenburg kassierte gerade seine Klimaschutzziele ein, zugleich kämpfen die Ministerpräsidenten der Kohle-Länder gegen strengere EU-Auflagen beim Stickstoff-Ausstoß der Kohle-Meiler. Aber auch Klimaschützer machen mobil. An diesem Samstag wollen Umweltverbände am Tagebau Hambach in Nordrhein-Westfalen mit einer Menschenkette gegen die Braunkohle demonstrieren.

Trotz der Energiewende mit dem raschen Ökostrom-Ausbau wird Deutschland nach jetzigem Stand seine Klimaschutzziele bis 2020 verfehlen. Der schädliche Kohlendioxid-Ausstoß legte 2016 um 3,4 Prozent zu. Es wurde mehr Diesel verbraucht und stärker geheizt. Aber auch Kohle-Kraftwerke verschmutzen weiter die Luft. Weil die Atomkraftwerke bis 2022 vom Netz gehen, werden Kohle- und Gaskraftwerke aber gebraucht, wenn es zu wenig Sonne und Wind gibt.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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