Braunkohleausstieg
Wirtschaft bangt um sichere Energieversorgung

Nordrhein-Westfalen will aus der Braunkohle aussteigen und gibt damit den wichtigsten heimischen Energieträger auf. Damit ruft NRW die Wirtschaft auf den Plan. Die Industrie- und Handelskammern fürchten um die Versorgungssicherheit und warnen vor einer zunehmenden Abhängigkeit von Energieimporten.
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DÜSSELDORF. Garzweiler – der kleine Ort im Rheinland ist Synonym für Braunkohleabbau in Deutschland. Das braune Gold ist Energieträger Nummer eins in Nordrhein-Westfalen; 43 Prozent des Stroms stammen aus dieser Quelle – noch. Denn geht es nach der neuen rot-grünen Landesregierung, soll damit Schluss sein. Neue Tagebaugenehmigungen wird es nicht geben, heißt es im Koalitionsvertrag. Damit darf in Garzweiler nur noch bis 2045 gebaggert werden. „Meine Vision ist die dauerhaft sichere Energieversorgung ohne fossile Brennstoffe“, sagt NRW-Superminister Harry Voigtsberger im Gespräch mit dem Handelsblatt. Ziel sei es, ab 2050 bis zu 90 Prozent der Energieversorgung aus erneuerbarer Energie zu decken, „einer eigenständigen, einheimischen Energie“, so der SPD-Politiker.

NRW schlägt mit dem Ausstieg aus der Braunkohle einen Sonderweg ein. Weder die rot-rote Landesregierung in Brandenburg noch die schwarz-gelbe Koalition in Sachsen stellen derzeit die zwei anderen großen Braunkohlereviere Deutschlands in der Lausitz und Mitteldeutschland infrage. „Wir prüfen derzeit keinen Ausstieg“, teilte das brandenburgische Wirtschaftsministerium auf Anfrage mit.

Die sächsische Landesregierung betont: „Die energetische Nutzung unserer Braunkohle ist auch in den nächsten Jahren kein Auslaufmodell.“ Braunkohle habe eine große Bedeutung, um eine sicherere und wirtschaftliche Energieversorgung nicht nur für Sachsen zu gewährleisten, sondern für ganz Deutschland.

In der Lausitz, dem zweitgrößten deutschen Braunkohlerevier, laufen nach Angaben des Betreibers Vattenfall derzeit drei Planverfahren für neue Tagebaue. Ab 2015 sollen zudem Genehmigungen für zwei weitere Gebiete beantragt werden. Die Förderung würde hier 2035 beginnen.

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  • Man sollte endlich einmal die Laufzeit der Grünen überdenken.
    Grüne abschalten - und uns ginge es besser

  • Die Menschen in NRW werden sich noch wundern,was sie da gewählt haben :Morgenthauplan ii.
    Heimische Energie wird es genügend geben nach den Plänen von rot-grün.Die großen Zahlen der Arbeitslosen in der nachindustriellen Wüste können sinnvoll in Tretmühlen die dann noch benötigte Restenergiemenge erzeugen.Das sichert beschäftigung in NRW.

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