Breite Kritik an Energiewende-Kurs

„SPD-Vize Kraft behindert Atomausstieg“

Wird die SPD wieder mehr Kohlepartei? Aussagen von NRW-Regierungschefin Kraft legen das nahe. Sie ist für die Energiewende – aber für die Interessen der Industrie. Das sorgt für Ärger in anderen Bundesländern.
Update: 28.10.2013 - 19:01 Uhr 9 Kommentare
Die Energiewende wird zum Zankapfel zwischen SPD und Grünen. Quelle: dpa

Die Energiewende wird zum Zankapfel zwischen SPD und Grünen.

(Foto: dpa)

BerlinNordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) stößt mit Äußerungen zur Energiewende auf deutliche Kritik bei Grünen-Landesministerin in Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg. „Frau Kraft macht einen falschen Gegensatz auf: Die Energiewende ist nicht der Feind von Arbeitsplätzen und Industrie. Im Gegenteil, sie schafft tausende neuer Jobs und neuer Wertschöpfungen“, sagte der Kieler Energiewendeminister Robert Habeck (Grüne) Handelsblatt Online.

Die Frage sei einzig und allein, ob Jobs durch die klimaschädliche Verbrennung von Kohl und Gas gesichert werden sollen, oder durch eine nachhaltige, neue Produktion. „Vergangenheit oder Zukunft von Deutschland als Industriestandort, das ist die Frage“, sagte Habeck. „Frau Kraft sollte sich nicht für die Vergangenheit entscheiden.“

Der Stuttgarter Umweltminister Franz Untersteller (Grüne) warnte vor einer Abkehr von der Energiewende. „Ich bin bisher davon ausgegangen, dass die Energiewende auch der SPD am Herzen liegt“, sagte Untersteller Handelsblatt Online. „Von diesem Glauben und der damit verbundenen Zuversicht würde ich mich nur ungern verabschieden müssen.“

Kraft hatte sich am Wochenende hinter Forderungen von Industrie und Stromkonzernen gestellt und erklärt, dass der Erhalt von Arbeitsplätzen Vorrang haben müsse vor einer schnellen Energiewende. Entscheidend sei, dass wir neben der Versorgungssicherheit auch die Preise für Verbraucher und Unternehmen im Blick behalten“.

„Gerade die stromintensive Industrie profitiert“
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9 Kommentare zu "Breite Kritik an Energiewende-Kurs: „SPD-Vize Kraft behindert Atomausstieg“"

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  • Robert Habeck?
    Originalzitat: "Das Netz ist der beste Energiespeicher" - Physik 6, setzen!

    Raus aus der Kohle! Klar, Deutschland kann auf 50% sicherer und preiswerter Energieerzeugung verzichten, aber die Grünen machen dann Strom aus Phantasie. Deutschland braucht mehr Politiker wie Hannelore Kraft, die die Realität nicht aus den Augen verlieren.

  • Die paar Arbeitsplätze sind doch egal - das sind doch Dinosaurier-Industrien, auf die kann man doch keine Rücksicht nehmen....

    Gebt den Grünen noch 10 Jahre Zeit und wir werden unser LAnd nicht mehr wiedererkennen!

  • Ja Vicario,was uns dieser grüne Irrsinn finanziell geschadet hat geht auf keine Kuhhaut. Aber selbst am gewohnten Leben teilhaben und noch auf Kosten Anderer grenzt doch an Schmarotzertum. Hoffentlich lernen das auch die Lobbyisten noch.

  • Zitat : Der Stuttgarter Umweltminister Franz Untersteller (Grüne) warnte vor einer Abkehr von der Energiewende. „Ich bin bisher davon ausgegangen, dass die Energiewende auch der SPD am Herzen liegt“, sagte Untersteller Handelsblatt Online.

    - die Energiewende soll nicht im Herzen, sondern im Verstand liegen !

    Und wenn bei Entscheidungsträgern dieser Zustand eintrifft, ist es vorbei mit der Utopie-Energiewende !

  • Betonte Greenpeace, Kraft dürfte in der Arbeitsgruppe keine Klientelpolitik für RWE betreiben?
    Ausgerechnet Greenpeace, die sich beispielsweise der netzfrauen.org als Sprachrohr bedienen, möglicherweise auch der Ärzteorganisation IPPNW, eine Multimillon-Dollar-Publicity-Maschine, warnt vor Klientelpolitik?
    Greenpeace hat nach eigenen Angaben bislang mehr als 120 Mio. Euro in "saubere Kraftwerke" investiert. Weitere Projekte seien in der Planung. Allein in Deutschland erhält diese intransparente, undemokratisch strukturierte Organisation etwa 68 Millionen Euro jährlich an Spenden.

  • Man muss es mal deutlich sagen: gescheitert ist die Energiewende an den Grünen mit ihren utopischen Subventionen und EEG-Ausnahmen, die zu Lasten der privaten Verbraucher gehen. Auch deswegen sind die grünen Bevormunder bei den Wahlen abgestraft worden. Leider hat Schwarz-Gelb auch diese Stromkostenleiche im Keller, die nicht beseitigt wurde. Frau Kraft ist auf dem richtigen und ausgewogenen Weg, den man nur begrüßen kann. Wie sonst will man die Versorgungssicherheit und die weitere Preisexplosion verhindern??? Da helfen die grünen Träumerein nicht weiter. Sie sollten sich eine Insel kaufen und dort die Windrädchen zur Eigenbefriedigung drehen, hier brauchen wir diese Vögel jedenfalls nicht.

  • Werden die Grünen eigentlich von China und den USA bezahlt, damit Deutschland an zum Vorteil dieser Länder an Wettbewerbsfähigkeit verliert?

  • Die Grünen verlieren mit dem EEG ihre lukrativen Geldanlagen mit einer Verzinsung von 8-10%, die ihnen der Stromkunde bezahlt. Die werden künftig noch lauter schreien.

  • Die Wohlstandsvernichtungspartei der Grünen Deutschland-Hasser sollen mal ganz ruhig sein! Bis dato haben die Grünen mit ihrer ökosozialistischen Denkweise den industriebasierenden energieintensiven Volkswohlstand gegen die Wand gefahren. Das EEG und das Verbot vom lebenswichtigen CO2 sind nur zwei Vernichtungswerkzeuge der Grünen Politik am deutschen Wohlstand!
    Dank der grünen Energiepolitik steigen die Strompreise für die deutschen Bürger und die Erneuerbare Energiebranche kassiert munter auf dem EEG-Zwangsabgabengesetz die deutschen Bürger ab. Die sozial schwachen trifft dies IMMER als erstes!

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