Breiter Widerstand
11.000 Menschen protestieren gegen Solarkürzungen

Rund 11.000 Menschen haben in Berlin gegen geplante Kürzungen der Fördergelder für Solarstrom protestiert. Die Opposition warnte vor dem Verlust Tausender Arbeitsplätze. Der Osten Deutschlands sei besonders betroffen.
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BerlinMitarbeiter der Solarbranche und Umweltschützer haben am Montag gegen die geplante Kürzung der Fördergelder für Solarstrom protestiert. Rund 11.000 Menschen zogen nach Angaben des Bundesverbandes Solarwirtschaft (BSW-Solar), der zur Demonstration aufrief, vor das Brandenburger Tor in Berlin. Spitzenpolitiker von SPD, Grünen und Linken warnten bei der Kundgebung vor dem Verlust Tausender Arbeitsplätze speziell im Osten, falls die Fördergelder um 20 bis 30 Prozent sinken sollten. Diese Kürzung soll laut Umweltministerium zum 1. April greifen.

BSW-Solar-Präsident Günther Cramer zufolge fielen den Plänen bereits vorgesehene Investitionen von mehr als 100 Millionen Euro zum Opfer. Dies hätten verunsicherte Firmen schon zwei Tage nach der Einigung innerhalb der Bundesregierung gemeldet. Die Summe sei nun vermutlich noch höher, ergänzte Cramer, der nun eine Welle von Insolvenzen befürchtet.

Die geplante Kürzung der Förderung, die sich über einen Aufschlag auf den Strompreis finanziert, werde für Verbraucher den Preis aber kaum billiger machen, sagte Cramer. Es gehe lediglich um ein halbes Prozent. „Von der erneuten Förderkürzung profitieren nur die großen Energiekonzerne“, sagte Cramer. Denn die Solarbranche, an der sie kaum beteiligt seien, nehme ihnen Marktanteile weg.

Dagegen teilte die FDP-Fraktion mit, die Förderung der Solarenergie koste jeden Verbraucher mit steigender Tendenz 70 Euro pro Jahr. Darum habe die Koalition nun die Notbremse gezogen.

Der SPD-Parteivorsitzende Sigmar Gabriel warf der Regierung vor, sie stoppe und zerstöre die Energiewende. Er befürchtete, dass der Ausbau der erneuerbaren Energien gebremst werden solle, um Atomkraftwerke doch länger am Netz zu lassen. Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin sagte: „Es geht schlicht und ergreifend darum, die erneuerbaren Energien aus dem Markt zu drängen.“ Gemeinsam mit Gabriel und Linksfraktionschef Gregor Gysi warnte er vor einem Verlust Tausender Arbeitsplätze in der Solarbranche, die vor allem in Ostdeutschland stark vertreten ist. Das Vorstandsmitglied des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Dietmar Hexel, befürchtete „Industriebrachen“.

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Wachstum des Solarmarktes soll verlangsamt werden

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  • Überschüssige Energie wird schon seit langem erzeugt und in Pumpspeicherkraftwerken gespeichert, um Bedarfsspitzen zur Mittagszeit abzufangen. Hier unterstützt die Photovoltaik, wobei die großen Energieversorger eben ihren eigenen, teuren Spitzlaststrom nicht verkaufen können. Vorgeschobene Gründe, wie "Photovoltaik produziert zuviel Energie" ist nichts als Propaganda. Zusätzlich gibt es viele neue, innovative Speichermöglichkeiten, wie z.B. mit dem Strom Gas erzeugen, welches im Gasnetz gespeichert werden kann. Somit ist es, mit Mechanismen wie der angebotsabhängigen Verbrauchersteuerung, durchaus möglich zu 100% die benötigte Energie aus erneuerbaren Quellen zu beziehen. Die großen Energiekonzerne hätten schon viel früher die Speichermöglichkeiten ausbauen sollen.

  • Rechnungen nach Milchmädchenart und 11 000 Vertreter von Solarsekten auf Berliner Straßen können den Skandal nicht verdecken: Eine Zwangssteuer in Höhe von 150 Milliarden € in den kommenden 20 Jahren. Erhoben zugunsten reicher Dachbesitzer von Mietern in Stadt und Land. Unterstützt von angeblich sozialen Parteien wird damit für 2-4 Stunden pro Tag so viel Stromüberschuß produziert, daß Schnekanonen in felix Austria den Strom wegpusten. Welch ein ökologischer Schwachsinn.

  • Wieviel Sonnenstrom-Potential haben wir in Deutschland?

    Laut "Ecofys" eignen sich mehr als 2300 km² Dach- und Fassadenfläche (0,65 % der Gesamtfläche Deutschlands) für die Nutzung durch PV-Anlagen.
    Das sind 2,3 Mio m2 ,
    wenn man nun als Faustregel zugrunde legt,
    dass man ca. 8 m2 für 1 KW PV Leistung braucht sind das:
    287.500 KW also potentiell 287 Gigawatt !

    Der mittlere Leistungsbedarf in Deutschland beträgt: 71 GW!
    Wenn wir jetzt von angestrebten 30 % Stromversorgung von PV ausgehen,
    braucht man nur eine Fläche von 767 km2 oder 0,21 % der Gesamtfläche von Deutschland!

    Soviel zum Thema Solarstrom ist nicht lohnenswert, jeder Cent ist eine Investition in die Zukunft und zwar eine sehr gute!

    Abschließend: ab 2014 wird 1 KWh Sonnenstrom voraussichtlich 6- 8 ct. kosten,

    1 KWh aus einen Atomkraftwerk, wenn alle Kosten eingerechnet werden:
    46,5 Cent und das bei der Annahme, dass es kein neues Fukushima gibt
    (Materieller Schaden allein, bis zu 95 Mrd. €)

    Würde bei Atomkraftwerken die gleichen Haftungsregeln gelten, wie in allen anderen Wirtschaftsbereichen, wäre
    Atomstrom um bis zu 2,70 Euro pro KWh teuer, leider will keine Versicherung der Welt ein AKW versichern
    und die Versicherungsleute sind nüchterne, abgeklärte Menschen!

    Mit sonnigen Grüßen
    Werner Thoma

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