Brennende Autos in Berlin
Polizei verhaftet mutmaßliche Brandstifter

Der Polizei in Berlin sind erstmals in diesem Jahr zwei mutmaßliche Autobrandstifter ins Netz gegangen. Einer ist inzwischen wieder auf freiem Fuß. Die Grünen-Vorsitzende Renate Künast verurteilte derweil die Anschläge.
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BerlinJede Nacht werden Autos in Berlin angezündet - nun hat die Polizei erstmals in diesem Jahr mutmaßliche Autobrandstifter festgenommen. Mit Hubschrauber und Wärmebildkamera wurden in der Nacht zum Freitag zwei Radfahrer im Alter von 24 und 43 Jahren im Stadtteil Moabit gestellt. Sie hatten einen Beutel mit Grillanzünder bei sich, teilte die Polizei mit. Weil ein politischer Hintergrund vermutet wird, hat der Staatsschutz die Ermittlungen übernommen. Allein in der Nacht wurden zehn Wagen und ein Roller in Brand gesteckt. Verletzt wurde niemand. Ermittler vermuteten in den vergangenen Monaten linksextremistische Motive.

Der 24-Jährige wurde kurze Zeit später wieder freigelassen. Ein dringender Tatverdacht gegen den Mann habe sich nicht erhärtet, gegen ihn werde aber weiter ermittelt, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Martin Steltner. Die Überprüfung des anderen Verdächtigen im Alter von 43 Jahren dauerte an.

Die Grünen-Spitzenkandidatin für das Amt des Regierenden Bürgermeisters, Renate Künast, verurteilte die Anschläge. „Das ist keine Politik, sondern schlicht und einfach eine Straftat.“ Die Berliner Grünen-Abgeordnetenhaus-Fraktion forderte, die Brandanschläge gesellschaftlich zu ächten.

Berlins Innensenator Ehrhart Körting (SPD) hatte erst am Donnerstag im Abgeordnetenhaus einen verstärkten Einsatz gegen die Serie von Brandstiftungen angekündigt. Die Ermittler gehen davon aus, dass ein großer Teil der Taten auf das Konto von Linksextremisten geht. Sicherheitsexperten vermuten, dass sich in Teilen der linksextremen Szene Frust angesammelt hat, weil der 1. Mai in Berlin in diesem Jahr vergleichsweise friedlich ohne größere Ausschreitungen blieb. Die Szene sei sehr heterogen und schwer zu fassen.

In diesem Jahr registrierte die Polizei in Berlin nach aktualisierten Angaben bereits 70 politisch motivierte Brandanschläge auf Autos in der Hauptstadt. Dabei seien 85 Wagen direkt angegriffen worden, 58 weitere Fahrzeuge, die etwa in der Nähe standen, wurden beschädigt. Die meisten Brandstiftungen gab es im Mai. Oft gehen hochwertige Limousinen oder Firmenwagen nachts in Flammen auf.

Nur wenige Fälle der Brandstiftungen landeten auch vor Gericht. Im März dieses Jahres wurde ein 28 Jahre alter Autobrandstifter zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. In zwei anderen Strafverfahren wegen politisch motivierter Brandstiftungen gab es hingegen Freisprüche.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Der Berliner dunkelrote SED-Senat sieht das nicht so eng. Und die linken Richter in Berlin werden da keine hohen Strafen, wenn überhaupt, verhängen. Schließlich handelt es sich um die linke Szene und wir wissen ja, die Linken sind die Guten. Aber wehe, es wäre ein Rechter dabei, dann kommt die ganze Härte der Justiz.
    Die Linken wurden doch Jahrzehnte von unserem Staat gehätschelt.

  • Wie kann man Verbrechern (Brandstiftern) mit Bewährungsstrafen oder gar Freisprüchen beikommen?
    Ein lächerliches Armutszeugnis des zur Zeit in Berlin regierenden Senats.
    Was sagt denn die CDU oder die FDP in der Hauptstadt zu diesen Vorfällen oder wird dies hier nur totgeschwiegen?

  • Frank Henkel (CDU) hat erst gestern in der BZ zu den Brandanschlägen deutlich Stellung genommen und das totale Versagen des Rot/Roten-Senats verurteilt.
    Bedauerlich ist nur, das dies vom Handelsblatt unerwähnt bleibt.

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