Brigitte Mohnhaupt
Die einstige Führerin der zweiten RAF-Generation

Wenn Brigitte Mohnhaupt in sechs Wochen aus dem Gefängnis im bayerischen Aichach entlassen wird, schließt sich für sie ein Kreis: Die heute 57-Jährige wurde vor fast genau 30 Jahren schon einmal aus der Haft entlassen. Danach beteiligte sie sich an mehreren Morden im „Deutschen Herbst“ 1977, für den die Öffentlichkeit sie als Symbolfigur sieht.

HB BERLIN. Die Frage nach dem Umgang mit der „Roten Armee Fraktion“ (RAF) stellt sich nach 30 Jahren wieder neu, wie die öffentliche Debatte über ihre Freilassung zeigte. Die verurteilte Mörderin ist die Verbindung zwischen der scheinbar fernen Vergangenheit der RAF und der Gegenwart.

Vor 35 Jahren, im Sommer 1972, wurde die 1949 am Niederrhein geborene Studentin, die Journalistin werden wollte, zum ersten Mal verhaftet. 1971 hatte sie sich der RAF angeschlossen und für sie Waffen beschafft. Dafür wurde sie zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt, von denen sie die letzten Monate in der Haftanstalt Stuttgart-Stammheim verbrachte, auf einer Etage mit Andreas Baader und Gudrun Ensslin. Deren Auftrag gemäß wurde Mohnhaupt nach der Entlassung im Februar 1977 zur Schlüsselfigur der „zweiten Generation“ der RAF, nachdem die Führungsfiguren der ersten Generation in Haft saßen oder Selbstmord begingen.

Als neue Chefin stand sie hinter den Attentaten vom Herbst 1977, auch wenn deren genauer Hergang ungeklärt ist. Sie wurde 1985 wegen Beteiligung an den Morden an Generalbundesanwalt Siegfried Buback, an Dresdner-Bank-Chef Jürgen Ponto und an Arbeitgeberpräsident Hanns-Martin Schleyer verurteilt. Zwischen den Taten und dem Urteil lebte sie im Untergrund. Sie wurde 1978 in Jugoslawien festgenommen. Weil die Bundesregierung aber einen Austausch gegen andere Gefangene ablehnte, durfte sie in ein Land ihrer Wahl ausreisen. 1981 war sie am Attentat auf den amerikanischen General Frederick Kroesen beteiligt.

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