Brüderle-Affäre Schnappauf-Rückzug ist konsequent

Der BDI ist auf ein vertrauensvolles Verhältnis zu den Spitzen der Bundesregierung angewiesen. Deshalb ist der Schnappauf-Rücktritt folgerichtig. Ein Kommentar von Klaus Stratmann
8 Kommentare

Werner Schnappauf geht - und er tut dies mit einer sauberen Begründung. Er übernimmt die Verantwortung für die Folgen einer Indiskretion, an der er nach eigenen Angaben nicht beteiligt war. Seit Donnerstag lag dieser Schritt in der Luft. Schnappauf, der Ende 2007 das Amt des BDI-Hauptgeschäftsführers übernommen hatte, steht schon länger unter Beschuss. Es war also klar, dass es nur noch eines kleinen Auslösers bedurfte, um ihn zu einem Rückzug zu drängen.

Schnappauf und der BDI passten nie so recht zusammen. Der frühere bayerische Umweltminister war nicht die erste Wahl. Die Kandidatensuche unter der Leitung des damaligen BDI-Präsidenten Jürgen Thumann zog sich quälend lange hin und verlief sehr unglücklich. Nachdem Wunschkandidat Norbert Röttgen, damals parlamentarischer Geschäftsführer der Unionsfraktion im Bundestag, nicht konnte und nicht wollte, geschah lange Zeit nichts. Schnappauf galt von Anfang an als ein Verlegenheitskandidat.

Der bayerische Jurist und CSU-Politiker ist ein Mann der Exekutive. Ein langjähriger Behördenchef, der sich über viele Jahre in der Welt der Aktenvermerke eingelebt hatte, um dann einen komplett neuen Job zu übernehmen. Andere Stadt, andere Leute, anderer Umgangston, andere Ziele, andere Aufgaben - das ist eine große Herausforderung. Doch Schnappauf erfand sich nicht neu, er baute auf ihm bekannte Strukturen und Vorgehensweisen. Kritiker im Verband werfen ihm vor, zu bürokratisch zu denken und zu arbeiten. Dazu passt, dass der  BDI unter seiner Ägide erstmal eine Strukturreform verpasst bekam - mit einer zusätzlichen Hierarchieebene.

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8 Kommentare zu "Brüderle-Affäre: Schnappauf-Rückzug ist konsequent"

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  • Dieser unfähige Brüderle sollte seinen Hut endlich nehmen, dass wäre wirklich sehr konsequent..............

  • Brüderle rechtfertigt sich: http://www.youtube.com/watch?v=6cDvpOcCe-M

  • Dem Kommentar ist zuzustimmen.-Bei allem Bedürfnis nach Nähe zur Regierung sollte auch der BDI bei der Berufung von Führungspersonal auf deren Qualifikation für die Stelle achten.Auf 'ausrangierte' Politiker zu setzen kann wohl nicht die Lösung sein!

  • Nein, er hat den Arsch eingezogen und die ganze Kungelei auf seine Kappe genommen. Er hat Wahrheit zur Unwahrheit gemacht. Er hat sich damit sehr unglaubwürdig gemacht. So sehen eben deutsche Interessenvertreter der Industrie aus.

  • Verstehe, das Problem ist also nicht was gesagt wurde sondern lediglich, dass es überhaupt im Protokoll aufgetaucht ist. Das entspricht wohl ganz dem im Handelsblatt geltenden Verständnis von demokratischen Werten und Anstand. Traurige Leistung meine Herren.

  • Was lernen wir daraus? Indiskretion ist unanständig, den Wähler bescheißen nicht!

  • Im Kern liegt kein Versagen von Brüderle oder Schnappauf vor.
    Die Ursache ist Merkel, die ohne die Kabinettskollegen vorab zu informieren eine 100%ige Rückwärtsrolle hinlegt. Da bleibt den Kollegen schonmal die Spucke weg oder Sie sagen spontan Dinge, die sie so nicht gesagt hätten, wenn sie vorher Bescheid gewusst hätten.

  • Einspruch, Euer Ehren. Schappaufs Rückzug hätte bis Montag jedenfalls Zeit gehabt. Offenbar ist im BDI kopfloser Krieg ausgebrochen: http://berlin2011.wordpress.com/2011/03/25/atomenergie-im-bdi-bricht-offener-krieg-aus/

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