Brüderle contra Gabriel
Parteienstreit über Zukunft des Euro

Die Schuldenkrise in einigen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union hat in Berlin einen Streit über die Zukunft der Euro-Zone ausgelöst. Wirtschaftsminister Brüderle glaubt, mit dem Euro-Rettungsschirm sei die Stabilität der Währungsunion gesichert. SPD-Chef Gabriel widerspricht und sieht in der wirtschaftlichen Stärke Deutschlands eine Gefahr für ärmere EU-Partner und damit für ganz Europa.
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HB MÜNCHEN/BERLIN. Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) sieht trotz der Irland-Krise keine Gefahr für den Euro. „Man kann die aktuelle Krise in Irland nicht mit der im Frühjahr vergleichen“, sagte Brüderle dem Nachrichtenmagazin „Focus“. „Mit dem Euro-Rettungsschirm haben wir ein wirksames Instrument, um die Stabilität der Währungsunion zu sichern“, betonte Brüderle. Irland habe derzeit ausreichende Liquiditätsreserven. „Die Lage wird laufend analysiert“, fügte der Minister hinzu.

Brüderle sagte, Notfallhilfe dürfe allerdings nachhaltige und durchgreifende Reformen nicht ersetzen. „Für die Stabilität des Euro ist es wichtig, dass Staaten, die Auflagen nicht erfüllen, mit Konsequenzen rechnen müssen“, betonte er.

Im Gegensatz zu Brüderle sieht der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel den Euro in Gefahr. „Die Eurozone droht zu zerbrechen. Ohne eine gemeinsame Finanz- und Wirtschaftspolitik ist eine gemeinsame Währung nicht zu halten. Dazu sind die Mitgliedsstaaten nicht bereit“, sagte Gabriel in einem Interview mit „Bild am Sonntag“.

Die irische Regierung in Dublin will heute den Weg für ein neues Sparpaket freimachen. Das Kabinett werde am Nachmittag zu einer außerordentlichen Sitzung zusammenkommen, teilte ein Sprecher von Premierminister Cowen in Dublin mit. Dabei sollten neue Sparmaßnahmen verabschiedet werden. Einzelheiten will die Regierung Anfang der Woche bekanntgeben. Irland verzeichnet ein Rekord-Staatsdefizit in Höhe von 32 Prozent.

Gabriel sieht die Schuld am Auseinanderbrechen der Eurozone bei Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU): „Frau Merkel verschweigt der Bevölkerung die Wahrheit. Und sie schadet Europa. Wer wie Deutschland als Vize-Exportweltmeister am meisten von einer gemeinsamen Währung profitiert, muss dafür sorgen, dass es den ärmeren Ländern in der Eurozone besser geht. Unsere Arbeitsplätze hängen davon ab, dass sich die Menschen in anderen Ländern unsere Autos leisten können.

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  • @ jan ein sehr inhaltsarmer,oberflächlicher Leserbrief der die Materie nicht einmal ansatzweise erklärtwiviel Geld haben banken ihren Kunden durch verkehrte beratung aus der Tasche gezogen,so da hat der kunde schuld,also bitte etwas ordentlicher ein Thema angehen.

  • Was haben den immer die armen banken getan.
    Die banken sind völlig unschuldig, sie haben nur das Geld weitergereicht, das wir eingezahlt haben.
    Geld verleihen ist eine wichtige Aufgabe der banken.
    Die Darlehensnehmer können jetzt nicht mehr zahlen (vor allem in den USA), da vor allem Privatpersonen haben sich ohne Eigenkapital immobilien gekauft und auf Wertsteigerungen spekuliert. Fazit: Der kleine Mann ist gierig gewesen nicht die banker.
    ist doch klar, wenn ich mir eine immobilie für 200.000 dollar kaufe mit Geld der bank und die immobilie ist plötzlich nur noch 100.000 Wert, dann hab ich 100.000 plus 50.000 für Zinsen und Verwertung verloren.
    Jetzt habe ich aber nicht mein Geld verloren, sondern das Geld der bank. Da sich dieser Vorgang nun aber millionenfach abgespielt hat die bank zunächst ihr eigenes Geld (Eigenkapital) und dann das Geld der Sparer (Einlagen) und Anleihengläubiger verloren. Es droht die insolvenz der bank und aufgrund der Komplexität eine Kettenreaktion unter den banken. Jetzt war weltweit (mit einer Ausnahme) die Regierungen aber schlau genug die banken zu retten und das verlorene Geld zu ersetzen bzw. sich zu verbürgen.
    Dies war alternativlos und im höchsten Sinne sozial. Die Alternative wären reihenweise bankenzusammenbrüche gewesen. Die Sparer wären nicht mehr an ihre Einlagen gekommen Löhne wären nicht mehr ausbezahlt worden. Die Krediversorgung wäre auf Jahre zusammengebrochen. 80% aller deutschen Unternehmen wären in die insolvenz gerutscht. Die bankenrettung war wichtig und richtig.

  • So wie die bibel Ereignisse von über 2000 Jahren enthält und für Ehrlich, Wahr und für Unmumstösslich
    hält. So werden die banker die uns heute in den Schuldensumpf treiben unseren Nachkommen in den nächsten 3000 Jahren die Zinsen für die heutigen Schulden zahlen lassen.
    Es wird eine bankerbibel geben, in der alle Namen stehen, die sich in jeden Haushalt befinden wird, wo man evtl erfährt in wieviel tausend Jahren wird aus der Sklaverei entlassen werden und die Schulden los sind!
    Das einzige was man dagegen tun kann, wäre........
    so zu werden wie Conan der barbar!!!! Der ist heutzutage Gouverneur.

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