Brüderle: "Unternehmensverfassung dringend reformbedürftig"
FDP fordert stärkere Kontrolle von Vorstandsgehältern

Die FDP fordert eine stärkere Kontrolle der Vorstandsbezüge und eine Beschränkung der Zahl von Aufsichtsratsmandaten. Nach dem vom stellvertretenden Partei- und Fraktionschef Rainer Brüderle am Dienstag vorgestellten Papier soll die Hauptversammlung die Bezüge von Unternehmensvorständen deckeln und Abfindungen blockieren können.

HB BERLIN. Die Zahl der Aufsichtsratsposten für Topmanager will die FDP gesetzlich auf fünf Mandate beschränken. Zudem sollen Vorstände verpflichtet werden, die etwaige Firmenaktien erst nach ihrem Ausscheiden zu veräußern.

Um Interessenkonflikten vorzubeugen soll nach dem Willen der FDP auch der Einfluss der Banken in Unternehmen begrenzt werden, die vielfach als Kreditgeber und Aufsichtsrat fungieren. Bankenvertreter sollen demnach im Aufsichtsrat bei Entscheidungen über die Kreditvergabe Stimmverbot erhalten. Bankenbeteiligungen an branchenfremden Unternehmen sollen auf zehn Prozent des Kapitals beschränkt werden.

Darüber hinaus fordert die FDP, die Beratung und Prüfung börsennotierter Unternehmen zu trennen. Weiter soll gesetzlich fixiert werden, dass der Abschlussprüfer alle fünf bis sieben Jahre wechselt. Die Unternehmensverfassung sei dringend reformbedürftig, sagte Brüderle.

Das Ansehen von Wirtschaftsführern habe stark gelitten. Die Bundesregierung hatte unlängst mit einer gesetzlichen Regelung zur Offenlegung von Managergehältern gedroht, falls die Unternehmen dies nicht freiwillig im Rahmen des Corporate Governance Codex sicher stellen. Der Codex war vor zwei Jahren verabschiedet worden und soll auf freiwilliger Basis mehr Transparenz in die Führung deutscher Unternehmen bringen.

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