Deutschland

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Brüskierte Karnevalisten: Guttenberg schickt schon wieder den kleinen Bruder

Karl-Theodor zu Guttenberg kneift erneut: Bei der Verleihung des Karnevalsordens „Wider den tierischen Ernst“ lässt er sich wie im vergangenen Jahr von seinem Bruder vertreten. Damals gab es wenigstens einen Grund.

Ordensverleihung im letzten Jahr: Schon damals kam der Minister nicht. Quelle: dapd
Ordensverleihung im letzten Jahr: Schon damals kam der Minister nicht. Quelle: dapd

AachenKarneval ohne Guttenberg: Mit seiner Comeback-Absage hat der Ex-Verteidigungsminister auch den Aachener Karnevalsverein brüskiert. Guttenberg strich seinen Auftritt bei der Verleihung des Ordens wider den tierischen Ernst zum zweiten Mal in Folge überraschend von seinem Kalender. Er werde alle Zusagen zu öffentlichen Veranstaltungen wieder zurücknehmen, kündigte Karl-Theodor zu Guttenberg am Freitag in einem Schreiben an und bat um Verständnis. Der einstige CSU-Politstar sollte nächste Woche Samstag, 28. Januar, die Laudatio auf Ordensritter Ottfried Fischer halten.

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Es wäre der erste öffentliche Auftritt Guttenbergs in Deutschland seit seinem Umzug in die USA gewesen. Seine Absage ist nun die bereits zweite. Im vergangenen Jahr hatte er den Karnevalsorden selbst erhalten, ließ sich nach neuerlichen Anschlägen in Afghanistan aber durch seinen Bruder Philipp vertreten. Dieser soll es auch in diesem Jahr richten.

Für den Aachener Karnevalsverein (AKV) kommt der Verzicht Guttenbergs vollkommen unerwartet. Er bedauere diese Entscheidung, doch Humor sei, wenn man trotzdem lache, sagte AKV-Präsident Werner Pfeil. „Philipp zu Guttenberg hat seinen abwesenden Bruder im Vorjahr glänzend im Narrenkäfig vertreten“, sagte er. Selbst am Freitagmorgen hatte der Verein noch fest mit dem Ex-Verteidigungsminister gerechnet. „Wir gehen weiterhin davon aus, dass er kommt“, hatte eine Sprecherin gesagt. Bis dato habe es keine persönliche Absage gegeben.

Orden wider den tierischen Ernst Wie Philipp zu Guttenberg seinen Bruder vertritt

  • Orden wider den tierischen Ernst: Wie Philipp zu Guttenberg seinen Bruder vertritt
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Mit seiner kurzfristigen Absage entgeht Guttenberg auch Häme und Spott. Kabarettist Ottfried Fischer hatte bereits vollmundig angekündigt, den gefallenen CSU-Hoffnungsträger in seiner Rede hart angehen zu wollen. Guttenberg solle nicht denken, dass er „wieder mit Glanz und Gloria ins bundespolitische Leben einzieht“, sagte Fischer im Interview mit dem Aachener Zeitungsverlag. „Ich werde dafür sorgen, dass er durch mich möglichst keinen Vorteil hat.“

  • 21.01.2012, 12:16 UhrHansMeiser

    Ich schließe mich meinen Vorrednern an. Solche vom Boulevardjournalismus geschaffenen Politker wie Guttenberg sind unerträglich. Ohne Bild, Bunte und Co. wären solche oberflächlichen Blender nicht denkbar.

  • 21.01.2012, 00:55 UhrM_M_S

    "Karl-Theodor zu Guttenberg kneift erneut"

    Wohin man schaut, der Boulevardjournalismus ist nicht mehr aufzuhalten. Spätestens seit der "Wullfschen Bobby-Car-Affäre" ist klar, was von qualitativ gutem Journalismus noch übrig ist - nix! Zu Guttenberg hat dazugelernt und tut sich diese deutsche Öffentlichkeit halt nicht mehr an. Recht hat er!

  • 20.01.2012, 21:08 UhrProtestant

    Diese wenigen ersten Zeilen (" schickt schon wieder" ;"kneift" etc) offenbart das grundlegende Problem des gegenwärtigen politischen Journalismus in Deutschland, nicht nur in der Bild-Zeitung, sondern auch in "seriösen" Publikationen;
    Dieselbe "Journaille" (und im Zweifel sogar dieselben Journalisten in persona), die noch vor wenigen Wochen anlässlich der ersten Rückkehr-Schritte (nicht gänzlich unberechtigt) über v. Guttenberg hergefallen sind,weil er auf ein allzu kurzes Gedächtnis setze, schütten erneut Häme über ihn aus, weil er nun das Gegenteil tut.
    Dies beweist nur eins: für ein paar "gute", hinreichend reißerische Zeilen vergisst der größere Teil der hiesigen Presse journalistische Qualität ohne Zögern, von journalistischer Ethik (vulgo:Anstand) ganz zu schweigen.

    Wir brauchen dringend eine breite und öffentliche Diskussion über eine überfällige und notwendige Qualitätskontrolle der Presse (und natürlich Fernsehen und Rundfunk), denn wenn sie so weiter macht, dann ist nicht nur ihre längst gefährdete Glaubwürdigkeit perdu, sondern die unabdingbare Pressefreiheit aus ihrem eigenen Verschulden gefährdet.

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