BSI-Präsident
„Unternehmen sollen Computerwurm Duqu melden“

Der BSI-Chef hat Unternehmen aufgefordert, den Befall ihrer Systeme mit dem Computerwurm Duqu zu melden. Bislang wurde der Stuxnet-Nachfolger in Deutschland nicht gefunden.
  • 0

FrankfurtDer Präsident des Bundesinstituts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), Michael Hange, hat die deutsche Wirtschaft aufgefordert, einen Befall ihrer Systeme mit dem Computerwurm Duqu zu melden. Zwar bestehe eine Meldepflicht von IT-Sicherheitsvorfällen nur für die Bundesverwaltung, sagte Hange der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. Im gemeinsamen Sicherheitsinteresse hoffe das BSI aber auf die Zusammenarbeit mit betroffenen Unternehmen. Seiner Behörde seien bislang in Deutschland keine Fälle eines Befalls mit Duqu bekannt geworden.

Der Software-Konzern Symantec hatte in der vergangenen Woche erstmals vor dem neuen Wurm gewarnt. Er sei programmiert, um Daten von den Herstellern industrieller Kontrollsysteme auszuspionieren, die für eine künftige Attacke auf solche Anlagen genutzt werden könnten. Nach Angaben von Experten verwendet Duqu ähnlichen Code wie der gefährliche Wurm Stuxnet, der im vergangenen Jahr Zentrifugen in der iranischen Atomanlage Natans lahmlegte.

Stuxnet wurde gezielt für die Sabotage spezieller Siemens-Anlagen programmiert. Der Code des Schädlings ist mittlerweile analysiert und offen zugänglich. Seit seinem Auftauchen warnen Experten davor, dass viele softwaregesteuerte Industrieanlagen nicht ausreichend vor Hackerangriffen geschützt seien.

Ein Siemens-Sprecher teilte der „F.A.S.“ mit, derzeit sei im Unternehmen „kein Befall von Computern mit dem Computerwurm Duqu bekannt“. Siemens ist Weltmarktführer für Steuersysteme und stellt jedes dritte weltweit verkaufte Steuergerät her.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " BSI-Präsident: „Unternehmen sollen Computerwurm Duqu melden“"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%