Bsirske: Beschäftigungsabbau ist schuld
Mitgliederschwund bei Verdi

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hat in den ersten sechs Monaten dieses Jahres 80 000 Mitglieder verloren. Das entspricht einem Rückgang von drei Prozent auf jetzt 2,53 Mill. Mitglieder. „59 000 Neuzugängen standen 141 000 Austritte gegenüber“, sagte Verdi-Chef Frank Bsirske am Mittwoch in Berlin.

HB BERLIN. Als Grund für die Entwicklung nannte er neben einem starken Rückgang in den neuen Ländern den Beschäftigungsabbau in Einzelhandel und Druckindustrie. „Das geht nicht spurlos an den Mitgliederzahlen vorbei.“

Zudem ging die Gewerkschaft in den vergangenen Monaten verstärkt gegen säumige Beitragszahler vor. Habe man vor einem Jahr noch rund 400 000 Beitragsrückstände registriert, seien es jetzt noch 110 000. Etwa jeder fünfte der Angeschriebenen tritt nach der Begleichung seiner Rückstände aus der Gewerkschaft aus, schätzte Bsirske. Bis Jahresende soll die Aktion abgeschlossen sein.

Mit 25 000 Austritten ist Ostdeutschland an dem Mitgliederschwund im ersten Halbjahr überproportional beteiligt. Dies sei vor allem auf die soziale Situation zurückzuführen. Bei niedrigen Einkommen und hohem Schuldenstand werde zuerst bei den Beiträgen für Vereine und Gewerkschaften gespart.

Der Verdi-Vorsitzende verwies auch auf den teils starken Rückgang bei den Beschäftigtenzahlen. So sei in der Druckindustrie die Zahl der Beschäftigten im ersten Halbjahr um knapp acht Prozent gesunken, und im Kreditgewerbe seien seit 2000 rund 32 000 Arbeitsplätze verloren gegangen. „Dieser Trend setzt sich fort.“ Auch im Einzelhandel seien in den vergangenen beiden Jahren mehr als 50 000 Arbeitsplätze weggefallen.

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