Buback-Mord
Das Schweigen der RAF

Der Sohn des Opfers saß im Gerichtssaal, der Richter appellierte an ihr Gewissen - doch die ehemaligen RAF-Terroristen schwiegen eisern. Auch 30 Jahre nach dem Mord an Generalbundesanwalt Buback verweigern sie die Aussage.
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StuttgartDie ehemaligen RAF-Terroristen Günter Sonnenberg, Stefan Wisniewski und Rolf Heisler haben sich vor dem Oberlandesgericht Stuttgart nicht zum Mord an Generalbundesanwalt Siegfried Buback vor mehr als 30 Jahren geäußert. Trotz eines emotionalen Appells, zur Aufklärung des Attentats beizutragen, beriefen sie sich am Donnerstag auf ein Auskunftsverweigerungsrecht. 

Danach muss niemand Angaben machen, mit denen er sich selbst belasten könnte. 

Sonnenberg und Wisniewski gelten als mögliche Mittäter des Mordanschlags. In Stuttgarter steht die frühere RAF-Terroristin Verena Becker vor Gericht, die an der Planung und Organisation des Attentats beteiligt gewesen sein soll. Erstmals kam es im Verfahren zu einer Solidaritätsbekundung: Sympathisanten entrollten im Gerichtssaal ein Transparent. 

Der Vorsitzende Richter Hermann Wieland appellierte „im Namen der Gesellschaft und im Namen der Opfer“ an die Ex-Terroristen, eine Aussage zu machen. „Es gibt über dem Recht der Strafprozessordnung auch andere Werte, nämlich eine Moral oder ein Gewissen.“ Auch der Vertreter der Anklage, Bundesanwalt Walter Hemberger, forderte die ehemaligen Terroristen auf, ihr Schweigen zu brechen: „Keine drei Meter von Ihnen entfernt sitzt Michael Buback, der einen Anspruch darauf hat, zu erfahren, wer seinen Vater erschossen hat.“ 

Die Ex-Terroristen blieben jedoch bei ihrer schon vorher angekündigten Entscheidung, umfassend die Aussage zu verweigern. 

Sonnenberg gilt als derjenige, der wahrscheinlich das Motorrad steuerte, von dem aus Buback am 7. April 1977 erschossen wurde. Wer vom Rücksitz aus die Schüsse abfeuerte, ist bis heute ungeklärt.

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