Buch-Rezension
Die Rückkehr der D-Mark

Vorerst retten ESM und EZB den Euro - doch hohe Inflation könnte die Folge sein. Die Wiedereinführung der D-Mark ist daher für viele ein reizvolles Szenario - und für den Krimi-Autoren Markus Will ein dankbares Thema.
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DüsseldorfAngela Merkel ist abgewählt. Die Euro-Krise hat sie die Kanzlerschaft gekostet. Doch nicht die SPD ist nun an der Macht, sondern die DMP, die Deutsche Mark Partei. Zunächst wurde sie als Konglomerat von Spinnern belächelt, die den Euro absägen wollten. Die genug davon hatten, für Griechen, Spanier und Portugiesen zu zahlen.

Doch als das Fass längst keinen Boden mehr hatte, liefen die Wähler der DMP nur so in die Arme. Nun heißt der Bundeskanzler Franz Peter Roth und seine Parteigenossen dominieren das Kabinett. Schon wenige Wochen nach dem Einzug ins Kanzleramt will die DMP ihr Wahlversprechen umsetzen – nämlich die D-Mark wieder einzuführen.

Das ist das Deutschland, das der Bestsellerauto Markus A. Will in seinem heute erscheinenden Buch „Die Stunde des Adlers“ entwirft. Wann der Krimi genau spielt, wird nicht erwähnt. Es dürften einige Jahre vergangen sein, vielleicht ist es 2014, vielleicht auch 2017. Es spielt auch keine allzu große Rolle.

Markus A. Will hat sich schon in der Finanzkrise hervorgetan. Mit „Bad Banker“ gelang ihm ein großer Erfolg, auch weil es die erste große fiktionale Aufarbeitung der Bankenkrise war. Nun hat er es erneut geschafft, die Euro-Krise fiktiv aufzuarbeiten – wenn auch mit einem deutlich kürzeren Buch als damals.

Die 234 Seiten lesen sich nicht immer flott, aber über weite Strecken – gerade am Ende – ist die Spannung groß. Zwischenzeitlich geht es auch mal recht trocken zu. Fans der wirtschaftlichen Hintergründe werden sich über diese Passagen andererseits besonders freuen, denn hier legt Will dar, wie es so weit kommen konnte.

Kommentare zu " Buch-Rezension: Die Rückkehr der D-Mark"

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  • Und jeder, der für die deutsche Bevölkerung kämpft, wird verunglimpft und als Populist (als ob das schlecht wäre), als rückwärts gerichtet und im schlimmsten Fall als Nazi hingestellt.

    Eben konnte man auf N-TV eine Fragerunde mit Dr. Gauweiler erleben. Die Journalisten saßen zu dritt hinter einem Tisch, der Moderator saß auf der anderen Seite hinter einem Tisch und Dr. Gauweile hatte man wie einen Angeklagten vor Gericht auf einen Stuhl (ohne Tisch) vor die anderen platziert.

    Eigentlich bin ich nur noch fassungslos!

  • Seitdem wir den Euro haben, haben sich viele Preise verdoppelt! Wer hätte denn vor 11 Jahren für ein einfaches Brötchen 60 Pfennig bezahlt? Der Beispiele gibt es genug.

    Als Sebständige muss ich meine Rechnungen 10 Jahre aufheben. Ich kann also alles nachsehen.
    Meine Einkaufskosten sind im Schnitt um 70 - 110 Prozent gestiegen!

    Kann sein, dass ich nicht rechnen kann. Denn auf 2% Inflation im jährlichen Durchschnitt komme ich da nicht. (Ironie aus).

  • Folgendes steht im letzten Absatz des gestrigen Urteils zum ESM:

    Es ist völkergewohnheitsrechtlich anerkannt, dass der einvernehmliche
    Austritt aus einem Vertrag immer, ein einseitiger Austritt jedenfalls
    bei einer grundlegenden Veränderung der bei Vertragsschluss maßgeblichen
    Umstände möglich ist (vgl. Art. 62 WVK). In diesem Zusammenhang ist von
    besonderer Bedeutung, dass auch der Vertrag über Stabilität,
    Koordinierung und Steuerung in der Wirtschafts- und Währungsunion die
    Mitgliedschaft in der Europäischen Union voraussetzt (1. und 5.
    Erwägungsgrund; Art. 1 Abs. 1, Abs. 2 Satz 1, Art. 15 Satz 1 SKSV). Bei
    einem Austritt aus der Europäischen Union (vgl. BVerfGE 123, 267 <350,
    396>) würde die Grundlage für die weitere Teilnahme an den
    wechselseitigen Verpflichtungen der Mitgliedstaaten der Europäischen
    Union durch den Vertrag über Stabilität, Koordinierung und Steuerung in
    der Wirtschafts- und Währungsunion entfallen (vgl. Art. 1 SKSV). Auch
    die fortdauernde Zugehörigkeit zur einheitlichen Währung ist wesentliche
    Grundlage für die Bindung der Bundesrepublik Deutschland an die Vorgaben
    der Art. 3 ff. SKSV (vgl. Art. 14 Abs. 5 SKSV), die bei einem
    Ausscheiden aus der Währungsunion (vgl. dazu BVerfGE 89, 155 <205>)
    entfiele.


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