Bündnisfrage
Özdemir fordert Grüne zu Offenheit auf

„Wir sind nicht links und wir sind nicht rechts, wir sind vorn“. Grünen-Chef Cem Özdemir fordert von seiner Partei mehr Offenheit in Bündnisfragen. Zudem räumt er Fehler im Bundestagswahlkampf ein.
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BerlinGrünen-Chef Cem Özdemir hat seine Partei dazu aufgerufen, sich für neue Bündnisoptionen zu öffnen. Die Grünen stünden weder für Rot-Grün noch für Schwarz-Grün, sie seien vor allem Grüne, sagte Özdemir zu Beginn eines Parteitags am Freitagabend in Berlin. Die Grünen würden auch nicht zwischen SPD und Linkspartei stehen. „Wir sind nicht links und wir sind nicht rechts, wir sind vorn“, rief er den hunderten Delegierten zu.

Mit Blick auf das enttäuschende Wahlergebnis der Grünen räumte Özdemir noch einmal ein, dass Fehler im Wahlkampf gemacht worden seien. Die Grünen hätten verkannt, dass sie mit ihrem komplizierten Steuerkonzept die Wähler überfordert hätten. Trotzdem seien maßvolle Steuererhöhungen richtig. Zudem sei der Veggie-Day als Bevormundung empfunden und in der Aufarbeitung der Pädophilie-Affäre Fehler gemacht worden. Bei der Wahl hatten die Grünen 8,4 Prozent erzielt, nachdem Umfragen sie noch im Sommer bei 15 Prozent gesehen hatten.

Özdemir will sich am Samstag der Wiederwahl als Parteichef stellen. Gegen ihn tritt der weithin unbekannte Thomas Austermann an, der bei der Urwahl der Spitzenkandidaten auf den hinteren Plätzen landete. Trotzdem wird in Parteikreisen mit keinem guten Wahlergebnis für Özdemir gerechnet, da ihm Fehler im Wahlkampf angerechnet werden. Co-Chefin Claudia Roth verzichtet auf eine erneute Kandidatur, für ihre Nachfolge bewirbt sich die Saarländerin Simone Peter.

Die Delegierten müssen unter anderem einen Antrag des Bundesvorstands beraten, in dem gefordert wird, die Grünen müssten sich eine realistische Machtoption erarbeiten. Mit Blick auf das bisherige Wunschbündnis Rot-Grün heißt es: "Andere Koalitionsoptionen müssen grundsätzlich möglich sein - sei es Rot-Grün-Rot oder Schwarz-Grün." Die Grünen selbst müssten dazu beitragen, dass diese Optionen "für die Zukunft auch zu belastbaren Bündnissen" werden könnten.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Bündnisfrage: Özdemir fordert Grüne zu Offenheit auf "

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  • Özedmir ist ein typisches Beispiel einer verkehrten Ausländerpolitik.

    Alle Macht geht vom Deutschen Volk aus (Grundgesetz) das aktive Wahlrecht für Ausländer konterkariert das Grundgesetz.

    Ebenso ist die Einmischung von außen nicht gestattet und Geldspenden aus dem Ausland sind meldepfichtig.

    Ozedmir vertritt seine Interessen und evtl. noch die Interessen seines Volkes (Türken) gegenüber allen anderen.

    Ich denke Özedmir und andere Vertreter sollten relativ zeitnah in ihre Heimat zurückgeschickt werden. Dort können sie ruhig aktiv und passiv an die Geschicke ihres Landes teilnehmen.


  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte verwenden Sie keine Zitate ohne Quellenangabe.

  • Die Grünen brauchen wieder mehr Wähler. Dann darf man aber nicht jedem ständig mehr Geld abzapfen. Die Leute verzichten auf Grün, wenn damit das Leben immer weniger Spaß macht.

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