Bündnisoptionen
Südwest-Grüne offen für Ampelkoalition im Bund

Eigentlich sind nur zwei Regierungs-Varianten nach der Bundestagswahl realistisch: Schwarz-Gelb oder Fortsetzung der Großen Koalition. Baden-Württembergs Grüne sehen aber noch eine weitere Möglichkeit. Der Fraktionschef im Stuttgarter Landtag Kretschmann hält ein Bündnis auch mit Union und FDP für möglich - anders als die Bundespartei.

HB STUTTGART. „Ob es machbar ist, müssen wir prüfen. Man sollte keine Ausschließeritis betreiben“, sagte Kretschmann der Agentur dpa in Stuttgart. „Im Fünf-Parteien-System muss man mal raus aus dem verkrusteten Lagerdenken.“ Grundbedingungen für eine grüne Regierungsbeteiligung seien ein konsequenter Klimaschutz und der Atomausstieg. „Da muss es stimmen“, fügte Kretschmann hinzu.

Damit wäre auch ein Jamaika-Bündnis aus Union, FDP und Grünen möglich. Dieses hatte der Grünen-Spitzenkandidat Jürgen Trittin erst am Donnerstagabend in Berlin vehement abgelehnt: „In Jamaika, da können wir unsere politischen Inhalte in einer riesengroßen Tüte rauchen“, sagte er. Kretschmann meinte jedoch: „Wir müssen mit allen reden, die ernsthaft mit uns reden wollen und mit denen wir unsere Kernanliegen verwirklichen können.“

Der Grünen-Politiker rechnet damit, dass auch die Liberalen sich auf eine Dreierverbindung mit Union und Grünen einlassen könnten: „Auch die FDP wird keine Lust haben, eine große Koalition durchzuwinken.“ Er wäre nach eigenen Worten auch zu einer Koalition mit der CDU bereit, wenn die Grünen dabei ihre zentralen Anliegen beim Schutz des Klimas und beim Ausstieg aus der Kernenergie durchsetzen könnten. Zu einer schwarz-grünen Koalition sagte Kretschmann: „Wir werden einen Teufel tun, etwas auszuschließen."

Tatsächlich ist es so, dass sich die Parteien eigentlich die mehr als 60 Mio. Euro Wahlkampf-Kosten hätten sparen können. Denn gemessen an den nackten Umfrage-Zahlen von Januar bis kurz vor dem Wahl-Sonntag, haben Union, SPD, FDP, Grüne und Linke ihre Zustimmungswerte nicht entscheidend verändern können. Es bleibt damit an diesem Sonntag faktisch bei einem Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen dem Mitte-Links- und dem Mitte-Rechts-Lager mit nur zwei realistischen Regierungs-Varianten: Schwarz-Gelb oder Fortsetzung der großen Koalition.

Nach den letzten Befragungen der großen Institute gehen Union (um 35 Prozent) und FDP (13 bis 14) mit einem Vorsprung in die Wahl. SPD (24 bis 26), Linke (10 bis 11,5) und Grüne (10 bis 11) liegen allerdings nicht weit dahinter. Die Vergleichszahlen von 2005: Union 35,2 Prozent, SPD 34,2, FDP 9,8, Linke 8,7 und Grüne 8,1.

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