Bürgerbeteiligung im Netz
Merkels (Schein-)Dialog

Bundeskanzlerin Merkel will mit ihrem Zukunftsdialog die Bürger stärker beteiligen. Die beliebtesten Vorschläge fordern eine offene Auseinandersetzung mit dem Islam und legale Drogen - ein Dialog sieht anders aus.
  • 1

DüsseldorfBundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will mit Schwarmintelligenz Punkte sammeln. Im Rahmen ihres neuen Projekts „Zukunftsdialog“ will die CDU-Politikerin mit den Deutschen einen Dialog über die Zukunft des Landes führen. „Ich erhoffe mir Ideen von den Bürgerinnen und Bürgern über ihre Vorstellungen von Deutschland in fünf bis zehn Jahren“, sagte Merkel vergangene Woche in ihrem Video-Podcast.

Im Internet können interessierte Bürger Vorschläge für drei zentrale Fragen der Zukunft einreichen: Wie wollen wir zusammenleben? Wovon wollen wir leben? Wie wollen wir lernen? Seit dem 1. Februar ist das Portal zum Zukunftsdialog im Internet zu finden, innerhalb der ersten 24 Stunden besuchten über 26.000 Nutzer die Webseite. Insgesamt sind bereits über 7500 verschiedene Vorschläge eingegangen.

Jeder Bürger, der sich mit seiner E-Mail Adresse registriert, kann seine Idee einbringen. Andere Nutzer können die Handlungsvorschläge nicht nur kommentieren, sondern auch bewerten. Mit einem Klick auf „Unterstütze ich“ werden die Stimmen vergeben.

Bis zum 15. April läuft der Bürgerdialog. Im Anschluss lädt Merkel die zehn Nutzer, deren Vorschläge die meisten Stimmen bekommen haben, zu einem Treffen ins Kanzleramt ein. Neben dem Internetportal gehören drei Bürgerveranstaltungen zu Merkels Projekt, im Februar und März trifft die Kanzlerin in Erfurt, Heidelberg und Bielefeld ausgewählte Bürger zum Dialog. Vorbild sind die amerikanischen Town-Hall-Meetings.

Weiterer Teil des Zukunftsdialogs ist eine Expertengruppe. Bereits seit Mitte des letzten Jahres sitzen regelmäßig über 120 Fachleute in verschiedenen Arbeitsgruppen zusammen und diskutieren über Deutschlands Zukunft. Die Experten wählen am Ende ebenfalls die in ihren Augen zehn wichtigsten Vorschläge aus. Auch die Autoren dieser Beiträge werden ins Kanzleramt eingeladen. Mitte des Jahres sollen die Ergebnisse aus Bürger- und Expertendialog in einem Buch zusammengefasst werden, Herausgeberin ist die Kanzlerin persönlich.

Kommentare zu " Bürgerbeteiligung im Netz: Merkels (Schein-)Dialog"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Na ewig wird sich das Theme ISLAM nicht ignorieren lassen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%