Bürgerfest im Bellevue
Gauck würdigt deutsches Engagement im Ausland

Früher war das Sommerfest des Bundespräsidenten eine Art Promi-Treff. Heute werden Menschen eingeladen, die sich um die Gesellschaft verdient gemacht haben. Gauck findet aber auch freundliche Worte für Klaus Wowereit.
  • 1

Berlin Bundespräsident Joachim Gauck hat beim Bürgerfest im Schloss Bellevue deutsche Hilfseinsätze im Ausland gewürdigt. So dankte er am Freitagabend deutschen Ärzten, die im Kampf gegen die Infektionskrankheit Ebola engagiert seien, und hob die Tätigkeit von Freiwilligen hervor, die sich als Beobachter in Krisengebieten in Gefahr gebracht hätten. Gauck lobte ausdrücklich auch die Bundeswehrsoldaten im Ausland, sie machten dort die Arbeit ziviler Helfer erst möglich.

Der Bundespräsident hatte rund 4000 engagierte Bürgerinnen und Bürger eingeladen, an dem Fest im Park seines Berliner Amtssitzes teilzunehmen. „Sie repräsentieren das solidarische Deutschland“, rief er ihnen zu. Gauck kritisierte eine verbreitete „Konzentration auf das eigene Ich“ und „Ängstlichkeit, der man immer wieder begegnet“. Bürgersein solle nicht nur als Katalog von Rechten und Ansprüchen verstanden werden, sondern auch als Aufforderung, gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen.

Es ist das dritte Mal, dass Gauck das Ehrenamt ins Zentrum seines Bürgerfestes stellt. Namentlich begrüßte er den ältesten Ehrengast, die 89-jährige Inge Burck aus Eppelheim in Baden-Württemberg. Die pensionierte Lehrerin engagiert sich für ausländische Schüler.

Durch das Programm des Abends führten die TV-Moderatoren Barbara Schöneberger und Eckart von Hirschhausen. Zum musikalischen Programm sollten auch Wolfgang Niedeckens BAP und Andreas Bourani beitragen. Unter den Gästen waren der Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit (SPD), der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) und Familienministerin Manuela Schwesig (SPD).

Wowereit, der vor kurzem auch wegen des Debakels um den neuen Berliner Flughafen seinen Rücktritt angekündigt hatte, wurde vom Bundespräsidenten besonders begrüßt. „Klaus Wowereit – der hat so viele Sorgen, und heute will er mal was Schönes erleben“, sagte Gauck. Einem Jungen, der unsicher in den ersten Reihen der Gäste herumlief, rief er vom Rednerpult aus zu: „Mein Jung, Du kannst dich ruhig auf meinen Platz setzen.“

Am Samstag sollten die Tore von Schloss Bellevue dann für alle geöffnet werden, die dabei sein wollen. Unter dem Titel „Engagierte Idole zu Gast in Bellevue“ wollte Gauck mit dem Musiker Bourani, Ski-Olympiasiegerin Maria Höfl-Riesch und dem Sänger Peter Maffay diskutieren. Zudem erwarteten Musik- und Theateraufführungen die Besucher sowie Rundgänge durch das Schloss.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Bürgerfest im Bellevue: Gauck würdigt deutsches Engagement im Ausland"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Mein Gott, diese pastorale Gerede ist wirklich eine Zumutung.
    Dem Mann sei aber zugestanden, dass er vermutlich nicht anders kann, sondern bis in seine innersten Gehirnwindungen konditioniert ist, vermutlich durch den Besuch von irgendwelchen Predigerseminaren.

    Mein Stilempfinden sagt mir, der Mann ist als Bundespräsident unmöglich.

    Vielleicht täusche ich mich aber auch und es ist richtig, genau diesen Mann hat dieses Land verdient!

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%