Bürgerkrieg Amnesty gibt EU Mitschuld an Menschenrechtsverletzungen in Libyen

Schwere Vorwürfe der Menschenrechtsorganisation Amnesty International: Indem die EU lybische Behörden unterstütze, mache sie sich mitschuldig an den Menschenrechtsverletzungen in dem Bürgerkriegsland, erklärt AI.
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Solange die EU mithelfe, dass Flüchtlingen der Weg über das Mittelmeer versperrt wird, fördere sie Folter, Zwangsarbeit und Tötung in lybischen Haftzentren, erklärt Amnesty International. Quelle: AP
Illegale Einwanderung über das Mittelmeer

Solange die EU mithelfe, dass Flüchtlingen der Weg über das Mittelmeer versperrt wird, fördere sie Folter, Zwangsarbeit und Tötung in lybischen Haftzentren, erklärt Amnesty International.

(Foto: AP)

BrüsselAmnesty International (AI) hat der Europäischen Union eine Mitschuld an Menschenrechtsverletzungen gegenüber Migranten in Libyen vorgeworfen. Die EU unterstütze libysche Behörden, die häufig mit Schleusern zusammenarbeiteten und Flüchtlinge und Migranten folterten, erklärte die Menschenrechtsorganisation am Dienstag.

Bis zu 20.000 Menschen würden in Haftzentren in Libyen festgehalten. Sie seien Folter, Zwangsarbeit, Erpressung und Tötung ausgesetzt, teilte AI mit. Die europäischen Regierungen hätten nicht nur Kenntnis davon, sagte der AI-Europa-Vorsitzende, John Dalhuisen. „Indem sie die libyschen Behörden aktiv dabei unterstützen, die Überfahrt über das Meer zu unterbinden und Menschen in Libyen festzuhalten, machen sie sich dieser Verbrechen mitschuldig.“

Um die illegale Einwanderung aus Afrika über das Mittelmeer zu stoppen, unterstützen europäische Staaten via EU die libyschen Behörden. So wird die Küstenwache ausgebildet, und Millionen Euro fließen an UN-Hilfsorganisationen, um die Lebensbedingungen in den Flüchtlingslagern in dem nordafrikanischen Land zu verbessern.

Hilfsorganisationen berichten schon länger über Misshandlungen, Folter, Vergewaltigungen und Zwangsarbeit von Flüchtlingen. Ein Medienbericht, nach dem in Libyen Flüchtlinge als Sklaven verkauft werden, hatte vor kurzem für Aufsehen gesorgt und war auch Thema beim EU-Afrika-Gipfel in der Elfenbeinküste.

Libyen ist nach dem Sturz von Machthaber Muammar Gaddafi ein weitgehend rechtloser Staat, in dem mehrere Milizen um die Vorherrschaft ringen. Das Land ist die wichtigste Durchgangsstation für afrikanische Migranten, die in die EU gelangen wollen.

  • rtr
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2 Kommentare zu "Bürgerkrieg: Amnesty gibt EU Mitschuld an Menschenrechtsverletzungen in Libyen"

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  • Die Plagegeister, hier NGO genannt, tragen eine hohe Mitschuld an den Todesfällen, haben sie doch den Eindruck vermittelt, das jeder aus dem Meer gerettet wird. Von den EU-Loser ganz zu schweigen, die gerade zu die Migranten dazu auffordern ins Wasser zu springen. Mit Selfe, mehr Schuld, geht nicht.

  • Amnesty braucht sich gar nicht so aufplustern. Die NGO's haben jahrlang das Geschäft der Schlepper unterstützt. Wenn verhindert wird, dass Menschen sich in untauglichen Booten aufs Meer begeben, kommen auch weniger dabei um. Wer ist denn für die Toten verantwortlich? Dafür fühlen sich diese selbstlosen Helfer nicht zuständig. Sicher muß man mit Libyen über die Einhaltung gewisser Standards sprechen. Aber man darf da keinesfalls mitteleuropäische Verhältnisse unterstellen. Es kann nicht sein, dass jeder der will und genug Geld für einen Schlepper hat, nach Europa kommt. Die afrikanischen Staaten tun auch nichts für ihre Landsleute. Sie könnten doch den Rücktransport organisieren und die EU zahlt die Flüge. Dann müßten diese armen Menschen sich nicht in Libyen schlecht behandeln lassen. Statt Reden zu halten, könnte Amnesty das doch vermitteln.

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