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Bürgerschaftswahlen 2015

Alternative für Deutschland
AfD will Volksparteien Konkurrenz machen

Der Hamburger AfD-Spitzenkandidat Kruse sieht rosige Zeiten auf seine Partei zukommen. Wenn sie den politischen Praxistest bestehe und als seriös wahrgenommen werde, dann könne sie der CDU und der SPD Konkurrenz machen.
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BerlinNach Einschätzung des Spitzenkandidaten der Alternative für Deutschland (AfD) für die Hamburger Bürgerschaftswahl, Jörn Kruse, hat die AfD das Zeug, eine Volkspartei zu werden. „Ich glaube schon, dass die AfD eine Volksbewegung werden kann. Die entscheidende Voraussetzung dafür ist, dass wir in den Parlamenten zeigen, dass wir eine seriöse liberal-konservative Partei sind und nicht rechts, wie uns das einige Medien und Politiker gerne unterstellen“, sagte Kruse dem Handelsblatt (Online-Ausgabe). „Das heißt: Wenn wir den politischen Praxistest bestehen, dann werden wir noch sehr viel weiter wachsen, als es den anderen Parteien lieb ist.“

Die AfD sei auch bereit, Regierungsverantwortung zu übernehmen. „Wenn man Politik macht, will man auch gestalten. Und richtig gestalten kann man in unserem parlamentarischen System insbesondere, wenn man regiert“, sagte Kruse weiter. „Wir sind bereit mitzuregieren, vorausgesetzt die inhaltlichen Übereinstimmungen sind groß genug.“ Der „klassische Partner“ der AfD sei die CDU.

Kruse rechnet damit, dass seine Partei in Hamburg klar den Sprung in die Bürgerschaft schaffen wird. „Ich würde sagen, sieben Prozent wären ein super Ergebnis. Wir sind aber auch schon zufrieden, wenn wir mit weniger in die Bürgerschaft einziehen.“ Die Wahl bezeichnete er als „sehr wichtig“ für die AfD, weil es die erste Wahl in einem westdeutschen Bundesland sei. „Und dazu noch in einer Stadt, in der die politischen Trauben sehr hoch hängen.“ Gelinge daher der Sprung ins Parlament, „würde das der AfD starken Rückenwind für andere Wahlen in anderen Bundesländern geben“.

Scharfe Kritik äußerte Kruse in diesem Zusammenhang an konservativen AfD-Spitzenvertretern wie dem Brandenburger AfD-Chef Alexander Gauland und der sächsischen AfD-Fraktionschefin Frauke Petry. „Die Landesverbände im Osten, die ihre Wahlen schon hinter sich haben, haben sich uns gegenüber sehr rücksichtslos verhalten“, sagte er. „Ich habe deutlich gemacht, dass sie unsere Wahlchancen stark beeinträchtigen.“ Auf Bundesebene hätte er sich „mehr Sachlichkeit und weniger persönliche Querelen gewünscht“. Einigen habe das zu denken gegeben.

Jüngste Umfragen gehen davon aus, dass die AfD mit ihrem Frontmann Kruse mit fünf bis sechs Prozent in die Hamburger Bürgerschaft einzieht.

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  • Die zwei großen Themen in Deutschland werden die zwei politischen Gesetzgebungen ESM und EEG sein. Die Euro- und Energiepolitik. Wenn die AfD jetzt auch noch die Energiepoltiik mit ihren marktfeindlichen EEG=Energiewende ins Verderben in den Mittelpunkt stellt, dann hat die AfD alle Chancen eine echte Volkspartei des Verstandes und der Vernunft zu werden. Also nur "Mut zur Energiepolitik" "Mut gegen den Kampf einer asozialen und perfiden Energiewende/EEG". Danke!

  • Herr Gerle, ich stimme Ihnen in Ihrer Einschätzung doch zu. Ja bei der letzten BT-Wahl ging es der AfD hauptsächlich um die desaströse Euro-Rettungspolitik. Leider hat es nicht ganz für die 5%-Hürde gereicht. Seitdem ist aber Zeit vergangen und neue Themen sind hinzugekommen! Und in den Bundesländern kann man mit Themen rund um den Euro keine Stimmen gewinnen. Und ja gerade in den ostdeutschen Bundesländern sind da andere Themen wie Grenzkriminalität wichtiger als im Westen. Genauso wie es einen Unterschied zwischen Bayern und Hamburg gibt. Das ist alles vollkommen legitim! Wer aber tatsächlich denkt das die AfD als neue FDP 2.0 erfolgreich sein wird, der wird schnell erkennen das dies für die 5%-Hürde nicht reichen wird. Egal ob dies Lucke, Henkel oder auch Ihnen gefällt! Dies wird in einer Gesellschaft die dem Kapitalismus immer kritischer gegenüber steht nicht ausreichen. Deswegen muss die AfD auf beide Flügel (wirtschafts-liberal und national-konservativ) setzen und nicht auf einen! Gerade auf die Stimmen im Osten wird die AfD angewiesen sein um sicher über die 5%-Hürde zu kommen!

  • Herr Großer, ein Großteil der AfD-Wähler bei der letzten BT-Wahl und der Europawahl hat die AfD vermutlich gewählt, weil man die alternativlose Euro-Rettungspolitik der etablierten Parteien eben nicht für alternativlos hält. Aufgrund der kurzsichtigen Klientel-Politk der FDP und dem unglücklichen Agieren innerhalb der Koalition mit der CDU haben liberal denkende Menschen, die viel arbeiten und viel Steuern zahlen derzeit in Deutschland keine politische Vertretung mehr im Parlament. Ich spreche hier für mich, aber auch für viele Bekannte, die eben von der FDP oder CDU zur AfD-Wählerschaft gewechselt sind. Eine Islamisierung Deutschlands wird von solchen Leuten i. d. R. nicht gesehen. Ich bin zu dem Ergebnis gekommen, dass es sich da um eine rein ostdeutsche Sichtweise handelt. Auch ist das wohl kaum ein wirklich wichtiges Problem, selbst wenn es tatsächlich existieren sollte.
    Die Euro-Katastrophe und der zunehmend paternalistische Staat, welchen die etablierten Parteien wünschen, wird jedoch von hart arbeitenden Steuerzahlern (insbes. Selbständigen) zunehmend als Problem empfunden. Die Unehrlichkeit und Scheinheiligkeit der etablierten Parteien (man stellt beispielsw. ein paar Prominente auf den Steuerhinterziehungspranger, stützt aber gleichzeitig die schlimmste Steueroase Europas - Zypern - mit dem Geld ehrlicher Steuerzahler) tun ein Übriges. Von unserer derzeitigen Opposition hört man eigentlich nur noch von den Linken was. Die Grünen als Partei des öffentlichen Dienstes sind aufgrund ihrer Staastgläubigkeit gar nicht mehr in der Lage, Opposition auszuüben.
    Da die AfD im Europaparlament offensichtlich gute Arbeit leistet, sollte man an diesen Punkten ansetzen, um in ganz Deutschland erfolgreich zu werden.

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