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Bürgerschaftswahlen 2015

Ambitioniertes Wahlziel
Bremer FDP-Spitzenkandidatin spielt „Wünsch Dir was“

Die FDP setzt beim Versuch, aus dem Dauer-Umfragetief zu kommen auf die Politik-Einsteigerin Lencke Steiner. Sie soll die Bremer Liberalen in die Bürgerschaft zurückführen. Dafür hat sie schon ein Wahlziel formuliert.
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BerlinDie FDP rechnet bei der Bremer Bürgerschaftswahl im Mai 2015 mit einem deutlichen Stimmenzuwachs. „Wir befinden uns ja in der Vorweihnachtszeit. Da darf man dann auch Wünsche äußern. Mein Ziel ist, 8 Prozent zu erreichen“, sagte die Spitzenkandidatin der Liberalen, Lencke Steiner (parteilos), im Interview mit dem Handelsblatt (Online-Ausgabe).

Dass die Bremer FDP in Umfragen bisher bei drei Prozent liegt, sieht Steiner gelassen. „Geben Sie uns noch ein halbes Jahr“, sagte die Vorsitzende des Verbands „Die Jungen Unternehmer“. Umfragen seien auch von der Konjunktur abhängig. „Und die Prognosen für das kommende Jahr sehen eher düster aus, woran die Bundesregierung einen großen Anteil hat.“ Dadurch werde deutlich, dass die Große Koalition doch nicht so toll sei wie viele vielleicht meinen. „Einige große Projekte können uns noch vor der nächsten Bundestagswahl um die Ohren fliegen. Dann wird es auch für die Union ungemütlich werden“, sagte Steiner.

Als eines ihrer zentralen Wahlkampfthemen sieht Steiner die hohe Verschuldung Bremens. Allerdings hält sie nichts davon, den Solidaritätszuschlag nach Auslaufen des Solidarpakts 2019 zu erhalten, um damit den Haushalt zu sanieren. „Ich würde mir wünschen, dass der Soli abgeschafft wird, weil es auch ein Versprechen an die Bürger war. Im Moment wird dieses aber gebrochen, was das Vertrauen in die Politik beschädigt“, sagte sie. Steiner setzt darauf, dass es den Länderfinanzausgleich weiter geben wird und reiche Länder, ärmere Ländern auch in Zukunft unterstützen müssen. „Es wird nicht anders funktionieren“, sagte sie.

Scharfe Kritik äußerte Steiner an der Politik der Großen Koalition. „Wenn Arbeitsplätze wegen des Mindestlohns ins Ausland verlagert werden, dann ist damit niemandem geholfen. Gerade Bremen würde das schwer treffen“, sagte sie. Die Rente mit 63 hält sie für eine „Katastrophe“, die „Unsummen“ koste. Und auch an der Frauenquote lässt sie kein gutes Haar. Die Quote sei der „völlig falsche Ansatz“, wenn Frauen eine Familie gründen und Karriere machen wollen. „Ich möchte keine Quotenfrau sein. Ich finde das diskriminierend“, sagte Steiner.

Dietmar Neuerer
Dietmar Neuerer
Handelsblatt / Reporter Politik

Kommentare zu " Ambitioniertes Wahlziel: Bremer FDP-Spitzenkandidatin spielt „Wünsch Dir was“"

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  • Wie wolfsartig-kalt diese FDP-Blondine auf dem Bild schon
    reinguckt. Bestimmt wieder die bekannt reine FDP-typische
    Inkarnation von Humanität und Verständnis für die sozial Schwächeren. Mit solch einer reichts eher zu 1 Prozent als zu 8. "Herr" Katja Suding wird den Niedergang der FDP auch in Hamburg einleiten, und die Bremer Wolfsblondine wird die nächste sein, der die Wähler ihr neolibertäres Fell abziehen. Blond und blauäugig auf dem Wahlplakat, das reicht nicht mehr!

  • 8% erreicht die AfD. Und das ohne Beihilfe des Weihnachtsmannes.

    Die FDP hatte 10-15 Jahre Zeit DLand zu verändern und hat nichts getan. Daher weg damit.

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