Special

Bürgerschaftswahlen 2015

Bremen
Die ausgemachte Wahl

An diesem Sonntag wählen die Bremer eine neue Bürgerschaft. Obwohl es dem Land seit Jahren unter der gleichen Regierung bescheiden geht, steht das Ergebnis schon so gut wie fest. Nur zwei Parteien sorgen für Spannung.
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BerlinAuch wenn die Bremer erst am morgigen Sonntag eine neue Bürgerschaft wählen, das Ergebnis steht schon so gut wie fest: Die SPD wird gewinnen und der amtierende Bürgermeister Jens Böhrnsen weiter in einer Koalition mit den Grünen regieren.

Seit 1945 regieren die Sozialdemokraten ununterbrochen. Fast ebenso lang geht es dem Stadtstaat schlecht. Bremen hat die höchste Pro-Kopf-Verschuldung, die höchste Quote an Sozialhilfeempfängern im Verhältnis zur Einwohnerzahl und die höchste Armutsquote unter Jugendlichen. Die Schüler schneiden in Pisa-Tests regelmäßig am schlechtesten ab, und Bremen gehört gemessen an der Zahl der Unternehmen zu den Ländern mit den meisten Insolvenzen.

Einen Machtwechsel wollen die Hanseaten dennoch nicht. „Es liegt eine Lethargie über dieser Stadt. Niemand glaubt, dass eine andere Regierung das Land aus seinen Schwierigkeiten führen könnte“, sagt Wahlforscher Lothar Probst von der Uni Bremen. Die Opposition habe auch keine Ideen eingebracht, was sie grundsätzlich anders machen würde als die jetzige Koalition.

Die jüngste Umfrage von Infratest Dimap sieht die SPD mit 37 Prozent klar vorne, gefolgt von der CDU (22) und den Grünen (16). Einzig für Spannung sorgen AfD und FPD. Die AfD tritt zum ersten Mal in Bremen an – nachdem das prominente Parteimitglied Hans-Olaf Henkel seinen Rückzug aus dem Vorstand der Bundespartei angekündigt hat. Er stand in der Führungsspitze für den bürgerlichen Flügel. Mit fünf Prozent in den Umfragen bangt die Partei um den Einzug ins zweite westdeutsche Parlament – nach Hamburg.

Besser sieht es bei der FDP aus. Mit der parteilosen Lencke Steiner liegen die Liberalen bei sechs Prozent. 2011 waren es noch magere 2,4 Prozent.

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