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Bürgerschaftswahlen 2015

Bremen vor der Wahl
Bürgerschaftswahlkampf kommt in Schwung

Vier Wochen vor der Bürgerschaftswahl in Bremen nehmen die Parteien beim Werben um Wählerstimmen Fahrt auf. Dass es für die rot-grüne Koalition mit ihrer satten Mehrheit eng wird, erwartet aber niemand.
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BremenDie Menschen in Bremen gelten als gelassen, hektische Wechsel sind nicht ihre Sache. Seit Ende des Zweiten Weltkriegs hat die SPD alle Bürgermeister gestellt. Vier Wochen vor der Bürgerschaftswahl am 10. Mai scheinen die Verhältnisse klar. Selbst CDU-Spitzenkandidatin Elisabeth Motschmann glaubt nach eigener Aussage nicht daran, dass Rot-Grün die Mehrheit verlieren könnte – und sie Bürgermeisterin werden. Dennoch hofft die 62-Jährige, Bürgermeister Jens Böhrnsen (SPD, 65) davon überzeugen zu können, den Partner zu wechseln und die CDU in den Senat zu holen.

Der Wahlkampf an der Weser kommt langsam in Schwung. Die SPD setzt auf viele Diskussionsveranstaltungen, Böhrnsen hat schon eine ganze Reihe von Stadtteilen besucht. Motschmann ist stark im Internet präsent und lächelt von großen Plakaten zum CDU-Motto „Neues Vertrauen“. Überall in der Stadt, wo die CDU Versäumnisse sieht, sollen auffällige Pfeile mit der Aufschrift „Das geht besser“ platziert werden. Die außerparlamentarische FDP setzt mit ihrer 29-jährigen Spitzenkandidatin Lencke Steiner auf flotte Sprüche, bei den Linken geht es um die Lücke zwischen Arm und Reich. Die SPD rückt den Bürgermeister in den Mittelpunkt und plädiert für „Miteinander“, beim Koalitionspartner heißt es „Ganz klar Grün“.

Die Wahlplakate spielten durchaus eine wichtige Rolle, meint der Bremer Parteienforscher Lothar Probst. „Es ist immer noch das Mittel, das am meisten wahrgenommen wird, mehr zum Beispiel als die neuen sozialen Medien.“ Es gebe aber keine Untersuchungen über die Effekte. „Man kann nicht sagen, wer die beste Wahlplakatkampagne hat, der bekommt auch die meisten Stimmen.“ Für die Sichtbarkeit einer Partei im Wahlkampf seien die Plakate aber wichtig.

Böhrnsen betont, dass sich Parteien und nicht Koalitionen zur Wahl stellen. So gibt es keine Koalitionsaussagen, und der Regierungschef will wieder mehr SPD im Senat. „Ich bin zuversichtlich. Das Stärkeverhältnis in einer Koalition ist spiegelbildlich des Wahlergebnisses.“

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„Große Unzufriedenheit mit der Politik des Senats“

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