CDU-Debakel in Hamburg: Kein Rezept gegen den Großstadt-Fluch

Special

Bürgerschaftswahlen 2015

CDU-Debakel in Hamburg
Kein Rezept gegen den Großstadt-Fluch

Das Debakel bei der Hamburg-Wahl ist für die CDU bitter. Wieder einmal zieht die Union in einer großen Stadt den Kürzeren. Dabei sucht die Partei schon seit Jahren nach einer Strategie gegen den Großstadt-Fluch.
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BerlinDas verheerende Abschneiden der CDU bei der Wahl in Hamburg bringt die Union ins Grübeln. Wieder einmal zeigt sich: In Deutschlands größten Städten sind die Christdemokraten nicht gefragt, wenn es darum geht, den Bürgermeister zu stellen. In den Hauptstädten der insgesamt 16 Bundesländer haben CDU/CSU nur noch ein Rathaus unter ihrer Kontrolle: in Dresden (Sachsen). Selbst in Bayerns größten Städten München und Nürnberg regiert ein Sozialdemokrat.

CDU und CSU machen sich seit langem Sorgen, weil sich viele junge Großstädter mit ihren Arbeits- und Lebensmodellen in der Union nicht zu Hause fühlen. Andere in der Union warnen vor zu viel Zeitgeist im Parteiprogramm. Deutschland bestehe „nicht nur aus Latte-Macchiato-Bistros“.

Die CDU war bei der Bürgerschaftswahl in Hamburg am Sonntag auf ein historisches Tief abgesackt und bei 15,9 Prozent der Stimmen gelandet. Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz und seine SPD gewannen die Wahl mit 45,7 Prozent der Stimmen.

Hamburg macht die Union ziemlich ratlos. Parteivize Volker Bouffier räumt zwar ein, dass seine Parteifreunde eine „ordentliche Klatsche“ kassiert hätten. Doch führt der hessische Ministerpräsident das Ergebnis nicht auf ein großstadtspezifisches Problem zurück, sondern auf den SPD-Spitzenkandidaten Olaf Scholz, der nicht nur einen „überzeugenden Bürgermeister“ abgegeben habe, sondern zudem mit seiner Partei erfolgreich ins bürgerliche Lager eingedrungen sei.

CDU-Präsidiumsmitglied Jens Spahn stößt in der „Leipziger Volkszeitung“ in dasselbe Horn: Es sei in der Tat „schwer“ gegen einen derart populären Politiker wie Scholz zu gewinnen. Etwas anders fällt die Analyse von CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer aus. „Wir haben im Bund und in Bayern blendende Stimmung und beste Umfragewerte“, sagte Scheuer der Zeitung „Die Welt“. In einigen Ländern müsse daher nun die CDU „hart an sich arbeiten, damit es wieder besser wird“.

Die Forderung Scheuers wirkt unfreiwillig komisch. Denn die CDU sucht seit Langem nach einer Strategie gegen den Großstadt-Fluch. Schon vor elf Jahren wurde unter der Leitung des damaligen nordrhein-westfälischen Landesvorsitzenden Jürgen Rüttgers eine Arbeitsgruppe „Große Städte“ eingesetzt. Geholfen hat das aber nicht. Im Gegenteil, im Mai vergangenen Jahres ging der OB-Posten in Düsseldorf an die SPD verloren, obwohl Nordrhein-Westfalens Landeshauptstadt wie kaum eine andere Kommune prosperiert.

Kommentare zu " CDU-Debakel in Hamburg: Kein Rezept gegen den Großstadt-Fluch"

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  • .... sucht die Partei schon seit Jahren nach einer Strategie gegen den Großstadt-Fluch.

    Es gibt kein Großstadt-Fluch,
    sondern ein "OST Merkel Fraktions Zwang Parlament" Fluch? = Diktat der "Polit/Medien Mafia" die schon 2011 die "Energie-Wende" aufdiktiert hatte für eine weitere OST Merkelsche freundliche Berichterstattung + Total Zensur der Innerdeutschen Zustände im Land.

    DER Fluch trift die Leute, die Menschen im Land,
    die sind von der Banker Mafia verflucht worden - mit dieser OST Merkel und ihrem galoppierenden Dilenttantismus - wenn WIR diesen Fluch nicht los werden, geht es mit Vollgas in den Untergang ....
    siehe die Taten der "Polit/Medien-Mafia"!
    hier:
    >>homment.com/StatusQuo<<

    das ist AUFKLÄRUNG in der höchsten Kategorie!
    (Wiederholung!)
    .... - CDU geht die Luft aus

    lassen SIE mich raten,
    in HH gab`s nur 3% Briefwähler?
    Dann liegt `s am fehlenden - M.f.S. 2013 Kompressor für 25% Briefwähler!

    wie schon mehr als ein Dutzend mal aufgeführt - also noch einmal
    hier:
    >>heise.de/tp/foren/S-passt-hier-besser/forum-280126/msg-25261258/read/<<

  • Zitat: „Die einzige Religion für die sich die CDU in den letzten Jahren interessiert hat, ist der Islam.“

    Ihre Meinung entbehrt jeder sachlichen Grundlage. (Das wissen Sie hoffentlich selbst)
    Gerade mal eine Muslima ist als Volksvertreterin in der CDU-Fraktion im Bundestag präsent. Einen muslimischen SPD-Abgeordneten gibt es nicht. Dennoch wählen über 60% der muslimischen Wähler die SPD. Dann folgen Linke und die Grünen. Erst dann folgt die CDU.

    Nach meinem Empfinden tuen sich die CDU und ihre Mitglieder sich nach wie vor extrem schwer mit unseren muslimischen Mitbürgern. Da in der CDU immer noch ein großer Teil der deutschen Unternehmerschaft politisch beheimatet ist, sind die Folgen nicht verwunderlich.

    Menschen mit ausländischen Namen müssen bei gleicher Qualifikation teilweise doppelt so viele Bewerbungen schreiben, wie Menschen mit einem deutschem Namen, um eine Einladung zu einem Vorstellungsgespräch zu bekommen.
    Die Arbeitslosigkeit ausländischer Hochschulabgänger liegt gegenüber deutschen Hochschulabgängern ebenfalls deutlich höher.

    Unsere Gesellschaft hat noch einiges aufzuholen, wenn es darum geht, Menschen mehr nach ihren Primäreigenschaften wie Intelligenz, Fleiß, Ehrgeiz, Sozialverhalten, Loyalität, Einsatzbereitschaft, Hilfsbereitschaft oder Lernbereitschaft zu beurteilen. Stattdessen fallen wir noch viel zu oft in das veraltete Schema zurück und bewerten Sekundäreigenschaften wie Hautfarbe und Religion oder gar Tertiäreigenschaften wie Nationalität völlig über. Da geht unserer Gesellschaft eine Menge Potential verloren, aber wenn wir unseren Wohlstand nicht aufgeben wollen, werden wir da umdenken müssen.

    Das wäre nun wirklich ein echtes Aufgabenfeld für eine Partei, die entsprechend ihres Namens christliche Werte vertritt.

  • Es gibt keinen Großstadt-Fluch, sondern nur die Quittung für das bürgerfeindliche Verhalten der CDU. Ausplündern der Bürger ist keine Politik für die Bürger, sondern nur gegen Bürger. Dies kann die CDU unter Frau Merkel und Hr. Gauck hervorragend!

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