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Bürgerschaftswahlen 2015

Nach Stimmverlusten der SPD

Bremer Bürgermeister Böhrnsen verzichtet auf Amt

Die SPD bleibt in Bremen zwar stärkste Kraft, hat bei der Bürgerschaftswahl aber massiv an Stimmen verloren. Spitzenkandidat Böhrnsen übernahm dafür nun die Verantwortung. Er tritt nicht wieder als Bürgermeister an.
Update: 11.05.2015 - 15:18 Uhr 16 Kommentare

Bremens Bürgermeister Böhrnsen tritt nicht mehr an

Berlin/BremenAm Vormittag gab sich die Bremer SPD noch zurückhaltend. Niemand wollte sich eindeutig auf die Fortsetzung von Rot-Grün aussprechen. Selbst wenn die Mehrheit rechnerisch steht – zu schmerzhaft waren die hohen Verluste bei der Bürgerschaftswahl.

Am Montagmittag schließlich übernahm der SPD-Spitzenkandidat und bisherige Bürgermeister von Bremen, Jens Böhrnsen, die Verantwortung für die Stimmverluste seiner Partei: Er teilte mit, dass er nicht wieder als Regierungschef antreten werde. Böhrnsen erklärte, als Spitzenkandidat der SPD übernehme er „selbstverständlich Verantwortung für das enttäuschende Wahlergebnis“.

Die SPD hatte nach einer amtlichen Hochrechnung bei der Wahl am Sonntag mit 32,9 Prozent der Stimmen ihr schlechtestes Ergebnis seit 1946 eingefahren. Am Wahlabend selbst war dieser Schritt dennoch nicht absehbar. Zwar sprach Böhrnsen sprach vor den Kameras von einem bitteren Wahlergebnis. Allerdings wolle aber auf jeden Fall Regierungschef bleiben und die rot-grüne Koalition fortsetzen, wenn dies möglich sei. „Ich pflege zu halten, was ich vor der Wahl gesagt habe“, sagte er.

Böhrnsen erklärte weiter, er wolle durch den Schritt dafür sorgen, dass „die SPD durch eine personelle und inhaltliche Neuaufstellung die politischen Weichen für ein besseres Ergebnis bei der nächsten Bürgerschaftswahl 2019 stellen kann“.

SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi lobte den Schritt Böhrnsens. „Diese Entscheidung aus persönlichen Gründen verdient höchsten Respekt“, sagte sie in Berlin. Mit Böhrnsens Rückzug bleibt unklar, welche Parteien in Bremen künftig das Sagen haben werden. Die CDU – wieder zweitstärkste Kraft im Stadtstaat – drängt sich jedenfalls auf und stünde für eine Große Koalition bereit.

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16 Kommentare zu "Nach Stimmverlusten der SPD : Bremer Bürgermeister Böhrnsen verzichtet auf Amt"

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  • Böhrnsen tritt zurück
    -----------------
    Nach dem grandiosen Wahlsieg in Bremen tritt der Bremer Bürgermeister zurück.
    Was wird jetzt aus rot-grün?

  • Wahrscheinlich ist der Hintergrund völlig anders!
    Bremen ist pleite wie die Griechen? Sollen die Bremer nun aus der Deutschen Föderation, Bundesrepublik, austreten? Werden sie eine eigene Währung, den Bremer Thaler, einführen? Wäre Bremer Gulden besser?
    Wenn das alles nicht passieren darf und trotzdem die Deutsche Verfassung mit Schuldenbremse gültig bleiben soll, dann muss irgend etwas passieren, wie Bremen seine Finanzverfassung so ändern kann, dass der Bund und die anderen Länder Bremen über Wasserhalten können, ohne die Verfassung zu brechen. Wenn Rot - Grün das nicht schaffen können. Wie lässt sich das Problem dann noch lösen? Die Gedanken sind frei ...

  • "Abgestraft" reicht leider nicht bei diesem extremen Dumpfbackenanteil. Jedem Bremer gehören seine "Premiummenschen" und "Bereicherer" vor die Tür und seine persönliche Pleite durch die des Arbeitgebers, vielleicht wachen die dann mal auf und merkeln, was los ist.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • >> Die SPD bleibt in Bremen zwar stärkste Kraft >>

    Das halte ich für ein Gerücht.

    Die stärkste Kraft in Bremen sind die NICHTWÄHLER, die über 50 % der Gesamtwähler ausmachen.

    Die Systemparteien sind alle zusammen nur noch lächerliche Splitterparteien, die sich in einer Minderheit zur Gesamtwählerschaft befinden.

    Die SPD ist somit mit ihren 32 % nur noch ca. 15 % wert.

    Und eine Partei , die den Anspruch erhebt, mit 15 % der Stimmen regieren zu können, ist auf einem falschen Dampfer.

    Die Bremer haben die SED ( Sozialistischer Einheitsbrei Deutschlands ) ABGESTRAFT !

    Alle zusammen haben nicht mal 50 % !

  • "auf den Sessel..." Oder C. aus Marzahn! Oder C. Wurst...
    "Nichts ist unmööglich...!"

  • Das schreit doch glatt nach Neuwahl; so wie ich den Tenor verstanden habe, haben viele Bremer ( also die, die ihr Wahlrecht genutzt haben - die andere Hälfte der Bremer sind echt dämlich - gehen nicht wählen, aber hinterher groß rummeckern ) eher den Typ als die SPD gewählt. Eigentlich eine Frechheit jetzt das Handtuch zu schmeißen. Nachher kommt noch eine Person wie die Arbeitsministerin auf den Sessel...

  • 70 Jahre SPD-Regierung mit praktisch uneingeschränkter Gestaltungsfreiheit und dann der absolute PISA-Verlierer. Traurig.

  • @Peter Noack
    Der Böhrnsen wird ganz genau wissen, dass Bremen auf Grund der Energiewende auf Basis eines Marktfeindlichen EEG in den nächsten Jahren noch mehr Pleiten und Arbeitsplatzverluste generieren wird.
    Bremen hätte sich schon längst mit Niedersachsen zu einen Bundesland fusionieren sollen. Genauso wie Hamburg mit Schleswig Holstein und Berlin mit Brandenburg.
    Stadtstaaten sind wirklich nicht mehr als ein Bundesland zu sehen. Das ist teure und bürokratische Kleinstaaterei, die zu einer wirtschaftlichen Wertschöpfung nicht unbedingt beiträgt.

  • Typisch für "S.ie P.lündern D.eutschland" ! In jahrzehntelanger Mißwirtschaft ein Land an die Wand fahren und herunterwirtschaften und dann ausreißen...!

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