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Bürgerschaftswahlen 2015

Parteichef attackiert Ex-Vorstände

Streit in Hamburger AfD verschärft sich

Wird die Hamburger AfD immer stärker von Ex-Schill-Partei-Leuten dominiert? Den Eindruck hatten einige Vorstandsmitglieder und traten zurück. Jetzt geht der Parteichef in die Offensive und weist die Vorwürfe zurück.
7 Kommentare
AfD-Plakate: Bequeme Gefolgsleute gezielt platziert? Quelle: dpa

AfD-Plakate: Bequeme Gefolgsleute gezielt platziert?

(Foto: dpa)

BerlinDer Vorsitzende der Alternative für Deutschland (AfD) in Hamburg, Jörn Kruse, ist dem Vorwurf entgegengetreten, wonach der Einfluss von Ex-Mitgliedern der rechtspopulistischen Schill-Partei dazu geführt habe, dass vier der neun Landesvorstände zurückgetreten sind. Das sei „kompletter Unsinn“, schreibt Kruse in einer an die Hamburger AfD-Mitglieder versandten „Richtigstellung“.

„Bei keinem einzigen Rücktritt spielte die Schill-Partei eine Rolle, weder in den Rücktritts-Mails noch in Gesprächen“, erklärte Kruse in der Mitteilung, die dem Handelsblatt (Online-Ausgabe) vorliegt. „Die Begründung war nachgeschoben  und auch inhaltlich haltlos.  Davon war nie die Rede.“ In Hamburg wird am 15. Februar 2015 eine neue Bürgerschaft gewählt.

Die Rücktritte der vier Ex-Vorstände waren am Dienstag bekannt geworden. Ihren Schritt hatten sie unter anderem mit einem zu großen Einfluss von Ex-Mitgliedern der rechtspopulistischen Schill-Partei begründet, wie der bisherige Parteisprecher Oliver Scholl in einem Schreiben mitteilte. Auch er hatte als Landesvorstand seinen Rücktritt eingereicht.

Kritik übten die vier auch an Parteichef Kruse. Er sei vor allem bestrebt gewesen, „seine Position durch die gezielte Platzierung bequemer Gefolgsleute auf der Liste der Bürgerschaftskandidaten zu untermauern. Gleichzeitig hat er in unzulässiger Weise in die Vorstellung der ihm weniger genehmen Kandidaten aktiv eingegriffen.“ Die Vorbereitung und der Ablauf des Landesparteitages vom Freitag hätten nicht den selbst gesteckten Zielen zu innerparteilicher Demokratie und zu mehr Transparenz entsprochen.

„Selbstüberschätzung, Ungeschick, mangelndes Stehvermögen“
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7 Kommentare zu "Parteichef attackiert Ex-Vorstände: Streit in Hamburger AfD verschärft sich"

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  • Muss natürlich heißen "Koalition".

  • Statt-Partei? Waren die so schlimm?

    Und dann schließt die CDU ein Kolation mit denen für drei Jahre?!

    Da kann ich nur sagen: Pfui CDU!

  • @Horst Hamacher

    Asylanten sind keine Einwanderer oder Wirtschaftsflüchtlinge , sondern Menschen, die Schutz vor Krieg und politischer Verfolgung suchen.

    Richtig ist, daß das EINWANDERUNGS-Gesetz dringend überarbeitet gehört.

  • Wenn wir dann noch für die AfD den Asylantenbonus hinzurechnen, könnte die Partei durchaus im zweistelligen Bereich liegen. Denn zurzeit ist nur von der AfD zu vernehmen, dass sie Einwanderungskriterien wie die der USA oder Australiens für unser Land fordern, anstatt eine verantwortungslose krude Überschwemmung von Wirtschaftsflüchtlingen zuzulassen, wie es die Blockparteien den Deutschen zumuten. Die ungeregelte und dilettantische Flüchtlingssituation wird jenen Parteien Zulauf en masse sichern, die sich für die Werte und Interessen der Bevölkerung einsetzen.

  • Lucke muss die Störenfriede schnellstmöglich rausschmeißen.

    Es ist sehr wahrscheinlich, dass es sich bei einigen (nicht allen) um "Agentes Provocateurs" handelt.

    Denn nachdem die Blockpartien es nicht geschafft haben die AfD mit der Nazi-Keule totzuschlagen, versucht man es nun mit Infiltration.

  • Schon wegen der Vorliebe der Hanseaten für intelligente Argumentation und klare Worte wird die AfD in der nächsten Bürgerschaft zahlreich vertreten sein.

    Das wird der Stadt gut tun, denn sie droht am dichten sozialistischen Filz zu ersticken.

    Auch beim Geld kann selbst Hamburg noch ein wenig dazu lernen. Weder CDU noch schon gar nicht die SPD haben sich dabei als lernfähig gezeigt.

  • Damals , als die Grünen noch eine neue Partei waren, gab es noch viel heftigere und länger andauernde Streitereien.

    Also: Ruhig Blut und abwarten.

    Immerhin reinigt sich die AfD zunehmends vom braunen Gesindel.

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