Special

Bürgerschaftswahlen 2015

Vier Vorstandsmitglieder gehen
Ex-Schill-Leute stürzen Hamburger AfD ins Chaos

Wenige Monate vor der Wahl der Hamburgischen Bürgerschaft zerstreitet sich der Landesverband der AfD. Vier der neun Vorstandsmitglieder traten zurück – aus Protest gegen den Einfluss früherer Anhänger der Schill-Partei.
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BerlinEigentlich lief alles nach Plan. Am vergangenen Freitag wählte ein Parteitag der Alternative für Deutschland (AfD) in Hamburg Parteichef Jörn Kruse mit 95 von 112 gültigen Stimmen auf Listenplatz 1 für die Parlamentswahl am 15. Februar 2015. Eine Zustimmung von rund 85 Prozent, das konnte sich sehen lassen für den Wirtschaftswissenschaftler.

Doch nun droht der Partei möglicherweise ein wochenlanger Streit – ausgelöst durch ehemalige Mitglieder der Schill-Partei, die in der AfD ein neues politisches Betätigungsfeld gefunden haben. Vier der neun Mitglieder des Landesvorstandes erklärten am heutigen Dienstag ihren Rücktritt, darunter der bisherige Pressesprecher Oliver Scholl.

Als Hauptgrund nannten sie den „massiven Einfluss“ früherer Schill-Politiker in der AfD. „Der Einfluss des Ex-Innensenators der Schill-Partei (Dirk Nockemann; Anm. d. Red.) bekam noch starken Auftrieb durch offenbar forcierte, zahlreiche AfD-Eintritte alter Parteifreunde - unmittelbar vor dem Landesparteitag“, zitiert die „Bild“-Zeitung Scholl.

Der Unmut der Zurückgetretenen richtet sich auch gegen Parteichef und Spitzenkandidat Kruse. Ihm werfen sie Mauscheleien bei der Aufstellung der Landesliste für die Bürgerschaftswahl vor. Kruse soll zusammen mit Nockemann, der vor seinem Senator-Job den Posten des Büroleiters von Ronald Schill innehatte, vorab eine Kandidatenliste zusammengestellt haben, die dann beim Parteitag durchgedrückt wurde, schreibt das „Hamburger Abendblatt“ unter Berufung auf die früheren Vorstände.

Das sei ihm nur deswegen gelungen, weil Nockemann einstige Gefolgsleute Schills in die Partei gelotst habe. Nockemann selbst wurde schließlich auf den dritten Platz der Landesliste gewählt.

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Bundespartei: Keine politischen Differenzen

Kommentare zu " Vier Vorstandsmitglieder gehen: Ex-Schill-Leute stürzen Hamburger AfD ins Chaos"

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  • Hier wird mal wieder mächtig aufgebauscht und eine Anti-AFD-Kampagne gefahren. Auch die zitierten "Blätter", allesamt Springer-Presse, da muss man ja zum Glück nicht mehr zu sagen, denen glaubt eh kein vernünftiger und gebildeter Mensch irgendetwas.

    Fakt ist, dass die Selbstreinigungskräfte in der AFD weiterhin funktionieren und die üblichen Geburts- und Kindheitsprobleme einer neuen Partei im Hinblick auf einige spezielle Mitglieder bei der AFD sogar konsequenter und schneller angegangen werden als zB in der frühen Phase der Grünen, der SPD o. CDU. Bei diesen Altparteien konnten Pädophile, NS-Verbrecher etc. sogar über viele Jahre hinweg in einflussreichen Parteipositionen agieren und haben es sogar bis zum Ministerpräsidenten gebracht.

  • Die AfD Hamburg ist nun also eine Schill2.0-Partei wie die AfD eine Freien Wähler2.0-Partei ist. Diesen EX-Parteilern, immer aus der gleichen Ecke, gelingt es immer wieder, auf Führungspositionen zu kommen. Und das ist von der AfD-Spitze auch so gewollt. Herr Lucke hat hat sich seinerzeit in in dem Rechtsstreit mit dem STERN-Demoskopen auch von einem Schill-Anwalt vertreten lassen.Die einfachen Mitglieder ohne jede Demokratieverständnis finden das vollkommen in Ordnung, wie man hier sieht.

  • Herr Klein
    Sie hben vergessen, zu erwähnen, dass nach der Wende alte SED-Kader in Scharen in die CDU gekommen sind.

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